Antenne Bad Kreuznach
Der Jahresrückblick Politik beginnt früh, und doch bleibt er spannend. Denn schon im Januar setzte die Stadt ein Zeichen. Bad Kreuznach startete offiziell die Bewerbung für die Landesgartenschau 2032, und die Verwaltung suchte aktiv den Dialog. Sie erklärte den Prozess transparent, und sie lud Bürger zur Beteiligung ein.
Die Stadt organisierte Workshops mit Jugendlichen, Senioren und dem Behindertenbeirat, und weitere Formate sollten folgen. Doch wenige Tage später folgte Ernüchterung. Das Land akzeptiert keine Bewerbung ohne ausgeglichenen Haushalt, und genau daran scheiterte Bad Kreuznach.
Der Traum von der Landesgartenschau ruhte, doch das Thema verschwand nicht. Denn später setzte die Landesregierung das Bewerbungsverfahren aus, und sie lud betroffene Städte zum Gespräch ein. Auch Bad Kreuznach erhielt diese Einladung, und die Perspektive blieb offen.
Nur Wochen später rückte die Gesundheitsversorgung in den Fokus. Die Stiftung Kreuznacher Diakonie übernahm das Krankenhaus Sankt Marienwirt sowie weitere Einrichtungen. Dazu zählen der Palliativstützpunkt Rheinhessen-Nahe, das Seniorenheim Haus Sankt Joseph und das medizinische Versorgungszentrum an der Mühlenstraße.
Diese Übernahme sicherte langfristig die medizinische und pflegerische Versorgung. Gerade deshalb wog dieser Schritt schwer, weil bundesweit viele Kliniken unter Druck stehen. Bad Kreuznach sendete damit ein klares Signal, und die Region gewann Sicherheit.
Im April sorgte eine Personalentscheidung für Aufmerksamkeit. Philipp Fernis von der FDP wurde Justizminister von Rheinland-Pfalz, und Bad Kreuznach blickte stolz nach Mainz. Fernis wuchs hier auf, und er übernahm ein Ressort mit großer öffentlicher Bedeutung.
Im Mai folgte eine weitere politische Zäsur. CDU, SPD und FDP schlossen im Stadtrat eine Partnerschaftsvereinbarung. Ziel blieb eine verlässliche Zusammenarbeit, und der politische Stil sollte sich ändern.
Patrick Bruns (FDP): „Ich glaube, das Wichtigste an der Partnerschaft ist, dass wir uns auf gemeinsame Spielregeln geeinigt haben, dass wir eine Basis gefunden haben. Und wie ich es mehrfach schon gesagt habe, wir müssen das mit Leben füllen. Ich bin sehr, sehr guter Dinge seit Tag eins, dass wir das auch schaffen. Und ein ganz großes Signal an die Neuen im Stadtrat und die Jungen im Stadtrat. Ich glaube, es macht mehr Spass zu gestalten. Und wenn man auf Dauern gestalten kann, dann bleibt man auch bei der Sache bei. Am Ende vom Tag ist das ganze Ehrenamt.“
Die Vereinbarung brachte Stabilität, doch sie sorgte auch für Spannungen. So verließ die Ortsvorsteherin von Bad Münster am Stein-Ebernburg später die CDU, offenbar wegen dieser Partnerschaft.
Im Frühjahr rückte die Region bundesweit in den Blick. Julia Klöckner besuchte als Bundestagspräsidentin ihre Heimat. Sie betonte die Bedeutung der Regionen, und sie suchte bewusst den Austausch vor Ort.
Der Jahresrückblick Politik zeigt ein Jahr voller Entscheidungen. Diese wirken nach, und sie prägen die Stadt weit über 2025 hinaus.
Geschrieben von: Thorsten Subat
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