Auf dem Alzeyer Stadthallenplatz erinnern seit Samstag, 24. Oktober, 14 Bronzetafeln an die bisherigen Preisträger des Elisabeth-Langgässer-Literaturpreises. Außerdem steht dort jetzt ein öffentlicher Bücherschrank.
Alzey hat seit Samstag, 24. Oktober, einen „Platz der Literatur“. Auf dem Stadthallenplatz liegen nun 14 Bronzetafeln im Boden. Sie erinnern an die bisherigen Preisträger des Elisabeth-Langgässer-Literaturpreises. Außerdem ergänzt ein neuer Bücherschrank den Platz und macht Literatur direkt im öffentlichen Raum zugänglich.
14 Bronzetafeln erinnern an Preisträger
Auf den Tafeln stehen die Namen der bisherigen Preisträger. Dazu gehören unter anderem Christa Wolf, Rafik Schami und Daniel Kehlmann. Die Tafeln liegen vor den Sitzmöglichkeiten, die die Stadt im vergangenen Jahr eingeweiht und bepflanzt hat. Bürgermeister Steffen Jung vergleicht das Konzept mit dem Walk of Fame in Hollywood. Literatur solle damit nicht nur in Büchern und Bibliotheken stattfinden, sondern auch mitten in der Stadt sichtbar sein.
Bücherschrank bietet Platz für bis zu 450 Bücher
Direkt am Platz steht außerdem ein neuer Bücherschrank aus Cortenstahl. Die Firma urbanlife aus Köln hat ihn hergestellt. Er bietet Platz für etwa 400 bis 450 Bücher. Besucher können Bücher kostenlos mitnehmen und später zurückbringen oder durch andere ersetzen. Christa Potten, Inge Ruckes und Ursula Nestmann kümmern sich um den Schrank. Dabei kontrollieren sie mindestens einmal pro Woche Ordnung und Zustand. Zur ersten Ausstattung gehören Werke der bisherigen Preisträger. Außerdem stehen dort Gedichte, Romane und Erzählungen von Elisabeth Langgässer.
Bronzetafeln in der Pfalz gefertigt
Der Bildhauer Bernhard Mathäss aus Neustadt an der Weinstraße gestaltete die 14 Bronzetafeln. Die Metallgießerei Hack GmbH aus Eisenberg goss sie anschließend. Die Umgestaltung des Stadthallenplatzes zum „Platz der Literatur“ kostet rund 35.000 Euro. Durch Fördermittel aus dem Landesprogramm „Innenstadt-Impulse“ übernimmt die Stadt nach eigenen Angaben rund zehn Prozent der Gesamtkosten. Das sind etwa 3.500 Euro. Außerdem beteiligten sich die EWR AG und die Volksbank Alzey-Worms mit ihren Neujahrsspenden an der Begrünung und an Arbeiten des Bauhofs.
Stadt entwickelt den Stadthallenplatz weiter
Der Stadthallenplatz besteht in seiner heutigen Form seit Anfang der 2010er-Jahre. Schon seit 2011 steht dort die Elisabeth-Langgässer-Bank, die der Altertumsverein Alzey gestiftet hat. Das Holz der Bank soll demnächst erneuert werden. Zudem stellte die Stadt Lesepult und Lesekasten neu her. Schüler des Elisabeth-Langgässer-Gymnasiums füllten diese mit Texten. Auch die Stromkästen auf dem Platz erhielten eine neue Gestaltung. Das Landesprogramm förderte auch diese Arbeiten.
Literaturpreis erinnert an Elisabeth Langgässer
Elisabeth Langgässer wurde am 23. Februar 1899 in Alzey geboren und starb am 25. Juli 1950 in Karlsruhe. Die Stadt Alzey vergibt den nach ihr benannten Literaturpreis seit 1986 alle drei Jahre an deutschsprachige Autoren. Über die Vergabe entscheidet ein fünfköpfiger literarischer Beirat unter dem Vorsitz des Literaturkritikers Thomas Koch.
Christoph Peters wird 2027 ausgezeichnet
Eine der 14 Bronzetafeln trägt bereits den Namen Christoph Peters. Er ist der 14. Preisträger und soll im Februar 2027 ausgezeichnet werden. Die Lesung mit Peters ist für Freitag, 26. Februar 2027, um 20 Uhr in der Mensa der Gymnasien geplant. Die Preisverleihung folgt am Samstag, 27. Februar, um 10 Uhr am selben Ort in der Frankenstraße 12.Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.



