Antenne Bad Kreuznach
Die Justizvollzugsanstalt Rohrbach in Wöllstein ist der „Arbeitgeber des Monats“. Im Studio waren Lars Gebauer, stellvertretender Anstaltsleiter, und Gregor Oglodeck, stellvertretender Abteilungsleiter in der Frauenabteilung. Im Gespräch ging es um das Berufsbild im Justizvollzug, den Alltag hinter den Mauern – und darum, welche Chancen die JVA Menschen bietet, die im öffentlichen Dienst arbeiten möchten.
Das Motto der JVA lautet: „Wir öffnen Türen für neue Chancen“. Gemeint ist damit nicht nur die Sicherheitsaufgabe einer Justizvollzugsanstalt, sondern vor allem ein Ziel, das im Zentrum steht: Resozialisierung. Die JVA will Gefangene dazu befähigen, nach der Haft ein straffreies Leben zu führen.
Die JVA Rohrbach ist im Kern ein Gefängnis. Konkret werden dort Freiheitsstrafen und Untersuchungshaft an Männern und Frauen vollstreckt. Die Anstalt gibt es seit 2002. Sie entstand aus einer Zusammenlegung der früheren JVAs Mainz und Kaiserslautern. Das Einzugsgebiet reicht unter anderem über Mainz und Bad Kreuznach, bei den Frauen zusätzlich über Koblenz und Frankenthal.
Die JVA Rohrbach verfügt über rund 480 Haftplätze. Damit verbunden ist auch ein großer Personalbedarf: Etwa 250 Mitarbeitende arbeiten in unterschiedlichen Bereichen – von der Verwaltung über medizinische Versorgung bis hin zum Vollzugsdienst.
Dabei wurde deutlich: Eine JVA ist nicht nur „Aufsicht“. Sie funktioniert wie ein komplexes System, in dem viele Berufsgruppen zusammenarbeiten müssen.
Im Gespräch wurde die JVA als interdisziplinärer Arbeitgeber beschrieben. Zu den Berufsfeldern gehören unter anderem:
Wer in den allgemeinen Vollzugsdienst einsteigen will, macht eine Ausbildung, die eineinhalb Jahre dauert. Sie besteht aus einem praktischen Teil in der Anstalt und einem theoretischen Teil an der Justizvollzugsschule in Wittlich. Dort findet Blockunterricht statt – gemeinsam mit Anwärterinnen und Anwärtern aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland.
In der Praxis durchlaufen Auszubildende verschiedene Bereiche der JVA, unter anderem Frauenabteilung, Untersuchungshaft, Werkhalle, Besuch und Transport. Nach der Ausbildung startet man in der Regel zunächst im Stationsdienst – später sind Spezialisierungen möglich.
Für die Bewerbung braucht man laut Gespräch:
Die Ausbildung ist auch für Quereinsteiger interessant: Man bekommt ein Netto-Anwärtergehalt von rund 2.000 Euro, dazu kommen mögliche Zuschläge, etwa für Familien.
Das Bewerbungsverfahren umfasst einen psychologischen Test, einen Sporttest und anschließend ein Auswahlgespräch. Bewerbungen sind online über das Karriereportal möglich oder klassisch schriftlich. Außerdem wird ein Auszug aus dem Bundeszentralregister geprüft.
Als nächste Einstellungszeitpunkte wurden Mai und November genannt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, schon vor Ausbildungsbeginn als Beschäftigter anzufangen.
Wer sich noch unsicher ist, kann bei einem Recruiting Day einen Einblick bekommen. Dieser findet mehrmals im Jahr statt, der nächste ist voraussichtlich im Sommer nach den Schulferien. Dort können Interessierte die JVA kennenlernen, mit Mitarbeitenden sprechen und Teile des Sporttests ausprobieren.
Infos dazu veröffentlicht die JVA über ihre Kanäle.
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Geschrieben von: Geraldine Werner
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