Nachrichten

Caritas macht auf Bedeutung der Suchtberatung aufmerksam

Caritas macht auf Bedeutung der Suchtberatung aufmerksam
Bild: Jakob Müller, Diakonisches Werk Altenkirchen

Etwa 650 Menschen aus dem Landkreis Bad Kreuznach wenden sich jedes Jahr an die Suchtberatung der Caritas. Dabei handelt es sich überwiegend um Betroffene, aber auch um Angehörige. Beim bundesweiten Aktionstag Suchtberatung stellt der Caritasverband Rhein-Hunsrück-Nahe am Donnerstag, 12. November, seine Angebote und deren finanzielle Situation vor. Die öffentliche Podiumsrunde beginnt um 10 Uhr im NaheRaum an der Mannheimer Straße 82, Ecke Klappergasse, in Bad Kreuznach. Der Aktionstag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Nah, wirksam, unverzichtbar“.

Fachleute und Selbsthilfe diskutieren

An der Gesprächsrunde beteiligen sich unter anderem Praktiker aus der regionalen Suchthilfe, ein Vertreter der rheinland-pfälzischen Landesstelle für Suchtfragen und Vertreter der organisierten Sucht-Selbsthilfe. Auch Caritasdirektor Dr. Jens Werner wird an der Podiumsrunde teilnehmen. Eingeladen sind Fachleute, kommunale Entscheidungsträger und alle interessierten Bürger.

Scham erschwert den Weg zur Beratung

Nach Einschätzung des Fachdienstleiters Frank Ohliger-Palm liegt die tatsächliche Zahl der Menschen mit einem problematischen Konsumverhalten deutlich über den jährlich erfassten Beratungskontakten. Sucht sei weit verbreitet, werde von Betroffenen und Angehörigen aber häufig weiterhin als schambesetztes Thema empfunden. Eine wesentliche Aufgabe der Beratung sei es deshalb, mögliche Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zur Hilfe zu erleichtern.

Caritas verweist auf gesellschaftlichen Nutzen

Mit dem Aktionstag will die Caritas zugleich auf die notwendige Finanzierung der Beratungsangebote aufmerksam machen. Nach Angaben Ohliger-Palms zeigen statistische Berechnungen, dass jeder staatlich in Suchthilfe investierte Euro gesamtgesellschaftlich Ausgaben von rund 17 Euro vermeiden könne. Die Suchtberatung benötige deshalb eine dauerhaft verlässliche Unterstützung durch die öffentliche Hand. Das Land und die beteiligten Kommunen förderten die Angebote bereits, erklärte Caritasdirektor Werner.

Jährliches Defizit von rund 135.000 Euro

Trotz dieser Zuschüsse verbleibt nach Angaben des Verbandes allein bei der Allgemeinen Suchtberatung ein jährliches Defizit von rund 135.000 Euro. Auch spezialisierte Bereiche wie die Suchtprävention und die aufsuchende Arbeit könnten nicht vollständig durch Zuschüsse finanziert werden. Dort müsse der Caritasverband zwischen 20 und 25 Prozent der Personal- und Sachkosten aus eigenen Mitteln tragen. Die Suchthilfe sei damit der defizitärste Arbeitsbereich des regionalen Caritasverbandes. Der Aktionstag soll deshalb nicht nur die konkreten Beratungsangebote vorstellen, sondern auch eine Diskussion über deren langfristige Absicherung ermöglichen. Weitere Informationen zur Suchthilfe gibt es unter caritas-rhn.de/Sucht.

Mehr lesen

Weitere Nachrichten

Alle aus Nachrichten →