Er überlebte den Holocaust: Nicolaus Blättermann wird 106 Jahre

Geschrieben von Lena Winterfeld •

Er überlebte den Holocaust und half später, jüdisches Leben in Bad Kreuznach wieder aufzubauen: Nicolaus Blättermann hat am 1. Oktober seinen 106. Geburtstag gefeiert. Oberbürgermeister Emanuel Letz gratulierte dem Träger der städtischen Ehrenmedaille telefonisch. Blättermann lebt inzwischen bei seiner Familie im Raum Lübeck.

In Bad Kreuznach begann ein neues Kapitel

Die nationalsozialistische Verfolgung nahm Blättermann seine Herkunftsfamilie. Er selbst überlebte Deportation und Lagerhaft. Im März 1953 zog er mit seiner Frau Maria und den beiden Söhnen aus Ost-Berlin nach Bad Kreuznach. Hier arbeitete er bei den US-Streitkräften, später als leitender Bauingenieur. Zugleich engagierte er sich in der Jüdischen Kultusgemeinde. Als Anfang der 1990er-Jahre jüdische Menschen aus den ehemaligen Sowjetrepubliken nach Bad Kreuznach kamen, unterstützte er sie dabei, eine neue Heimat zu finden.

Aus einer US-Kapelle wurde eine Synagoge

Besonders sichtbar bleibt sein Einsatz an der Bad Kreuznacher Synagoge. Blättermann stellte die Weichen dafür, dass die jüdische Gemeinde eine ehemalige Kirchenkapelle der amerikanischen Streitkräfte erwerben und umgestalten konnte. Am 20. September 2002 wurde das Gotteshaus feierlich eingeweiht. Für Blättermann ging damit der lang gehegte Wunsch nach einer eigenen Synagoge für die Gemeinde in Erfüllung.

Letz würdigt seinen Einsatz für Verständigung

Zum 106. Geburtstag erinnerte Oberbürgermeister Emanuel Letz an die bleibende Bedeutung dieses Engagements: „Sein Engagement für das jüdische Leben, für Verständigung und Integration bleibt für unsere Stadt von bleibender Bedeutung.“ Er wünschte Blättermann Gesundheit und Wohlergehen.

Für seine Verdienste erhielt Blättermann 2006 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Bad Kreuznach verlieh ihm am 29. August 2013 die Ehrenmedaille der Stadt.

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