Für die Erneuerung der Innenstadt im Stadtteil Idar kalkuliert die Stadt Idar-Oberstein mit Ausgaben von rund 18,16 Millionen Euro. Das geht aus einem städtischen Erläuterungsbericht vom März 2026 hervor. Am 14. Oktober hat das Land den „Kernbereich Idar“ in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“ aufgenommen. Damit kann die Stadt Fördermittel beantragen. Bewilligt sind die im Konzept veranschlagten Millionen dadurch noch nicht.
Was die Stadt mit dem Geld vorhat
Das vorläufige Untersuchungsgebiet umfasst rund 22,54 Hektar zwischen der Fußgängerzone und angrenzenden Wohn- und Geschäftsbereichen. Davon gehören 4,95 Hektar bereits zum seit 2022 festgelegten Sanierungsgebiet. Nach einer überschlägigen Einschätzung der Verwaltung weisen etwa zwei Drittel der rund 596 Gebäude im Untersuchungsgebiet mittleren bis hohen Sanierungsbedarf auf. Auf der Liste möglicher Maßnahmen stehen die Neugestaltung des Alexanderplatzes als zentralem Busknotenpunkt, die Aufwertung von Schleiferplatz, Maler-Wild-Platz und Fußgängerzone sowie die Modernisierung des Jugendtreffs am Markt. Auch private Gebäudesanierungen sind vorgesehen.
Besonders weitreichend sind Überlegungen für die Mainzer Straße und den Idarbach: Die Stadt möchte prüfen, ob Verkehrsflächen verlegt, Grundstücke erworben und Gebäude zurückgebaut werden können, um dem Bach mehr Raum zu geben. Im Bereich der Oberen und Unteren Flurstraße sieht das Konzept ebenfalls eine mögliche Neuordnung mit Grundstücksankäufen und Rückbau vor. Das sind Planungsansätze, keine bereits beschlossenen Abriss- oder Bauaufträge.
Förderbedarf über 15 Millionen Euro
Von den geschätzten Gesamtausgaben in Höhe von 18,16 Millionen Euro setzt die Stadt rund 16,93 Millionen Euro als förderfähig an. Bei einer angenommenen Förderquote von 90 Prozent ergibt sich daraus rechnerisch ein Fördermittelbedarf von 15,237 Millionen Euro. Die Aufstellung enthält unter anderem 1,7 Millionen Euro für den Alexanderplatz, 1,4 Millionen Euro für zentrale Plätze und Fußgängerzone sowie 900.000 Euro für den Jugendtreff. Diese Beträge sind Kostenschätzungen aus dem Bewerbungsbericht. In einer Ratsvorlage vom April wird außerdem ein für 2026 bis 2029 in Aussicht gestellter Förderrahmen von bis zu zehn Millionen Euro genannt. Dieser bezieht sich allerdings auf mehrere Gebiete in Idar-Oberstein, darunter auch die Wasenstraße und den Schlossberg.
Erst Untersuchungen, dann Entscheidungen
Nach Angaben des Kommunalministeriums stehen zunächst vorbereitende Untersuchungen und die Weiterentwicklung des städtebaulichen Konzepts unter Beteiligung der Bevölkerung an. Auch erste Baumaßnahmen sind grundsätzlich möglich. Welche Einzelprojekte tatsächlich umgesetzt werden, welche Förderbeträge bewilligt werden und welchen Eigenanteil die Stadt tragen muss, ist damit noch nicht abschließend entschieden. Die Programmaufnahme ist deshalb ein wichtiger Schritt für die Innenstadtentwicklung – aber noch kein Startschuss für sämtliche im Konzept genannten Vorhaben.
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