Einmal im Monat steht Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz auf dem Kornmarkt für Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Beim Wochenmarktgespräch können Anliegen, Kritik, Ideen und Lob direkt angesprochen werden. Im Gespräch mit Paul Calmund von ANTENNE BAD KREUZNACH erklärt Letz, warum ihm der persönliche Austausch wichtig ist, welche Themen die Menschen aktuell beschäftigen und worauf er sich in den kommenden Wochen besonders freut.

Paul Calmund von Antenne Bad Kreuznach im Interview mit Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz
Interview:
ANTENNE: Herr Letz, wie ist die Idee entstanden, ein Wochenmarktgespräch anzubieten?
Emanuel Letz: Zum einen habe ich bereits einmal im Monat mittwochs nachmittags eine Bürgersprechstunde direkt bei mir im Besprechungsraum. Zum anderen gehört es für mich dazu, als Oberbürgermeister nah an den Menschen zu sein. Ein Markt bietet dafür eine gute Gelegenheit.
Natürlich können hier nur diejenigen vorbeikommen, die am Freitagvormittag Zeit haben. Deshalb gibt es zusätzlich die Bürgersprechstunde am Mittwochnachmittag. Wer ein Anliegen hat, kann dort einen Termin vereinbaren oder jederzeit eine E-Mail schreiben.
ANTENNE: Mit welchen Anliegen kommen die Bürger aktuell am häufigsten auf Sie zu?
Emanuel Letz: Die Themen sind sehr unterschiedlich. Gerade eben ging es zum Beispiel um die Parkgebühren, die aus Sicht mancher Bürger insbesondere in den ersten beiden Stunden zu hoch sind. Auch das Thema Grünschnitt wird immer wieder angesprochen.
Es gibt aber nicht nur Kritik. Viele Menschen loben auch, was die Stadt leistet. Außerdem kommen immer wieder Neubürger zu uns, die sich ganz bewusst für Bad Kreuznach entschieden haben. Heute waren beispielsweise Menschen aus Bonn und aus Nassau hier, die sagen, dass Bad Kreuznach eine wunderschöne Stadt ist. Das freut uns natürlich.
ANTENNE: Können Sie die angesprochenen Probleme und Anliegen immer lösen?
Emanuel Letz: Nein, nicht immer. Viele Anliegen betreffen persönliche Situationen oder Themen wie die Müllproblematik. Wir schauen uns aber jedes Anliegen genau an und prüfen, ob die Verwaltung helfen kann.
Wir hören zu, führen Protokoll und notieren bei Bedarf Kontaktdaten. Die Menschen erhalten immer eine Rückmeldung. Dabei legen wir Wert auf eine ehrliche Antwort. Manchmal lassen sich Probleme nicht lösen, aber auch dann erklären wir die Gründe transparent.
ANTENNE: Was wünschen Sie sich, dass die Menschen aus diesen Gesprächen mitnehmen?
Emanuel Letz: Mir ist wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger sehen, dass die Stadtverwaltung zugänglich ist und dass ich als Oberbürgermeister erreichbar bin. Wir hören uns Probleme und Herausforderungen an, aber natürlich auch Lob.
Wir verstehen uns als Service- und Dienstleister für die Menschen in unserer Stadt. Noch einmal: Wir können nicht alles lösen. Aber wir hören zu und prüfen, ob das eine oder andere Anliegen umgesetzt werden kann.
ANTENNE: Wenn wir auf die kommenden Wochen schauen: Auf welches Projekt oder Ereignis freuen Sie sich besonders?
Emanuel Letz: Das ist schwer zu sagen, weil der Alltag eines Oberbürgermeisters sehr vielfältig ist. Natürlich freue ich mich auf den Jahrmarkt. Das ist jedes Jahr ein besonderes Highlight.
Auch der Feierabendmarkt gehört für mich dazu. Wenn keine Sitzungen oder andere Termine anstehen, bin ich dort gerne dabei. Gestern hatten wir den Firmenlauf, der ebenfalls eine tolle Veranstaltung war.
Außerdem gibt es viele Jubiläen. Morgen bin ich beispielsweise beim Waldorfkindergarten, der ein Jubiläum feiert. Die Stadtwerke feiern in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Das sind schöne Ereignisse, bei denen ich als Oberbürgermeister gerne dabei bin.
ANTENNE: Wer Anliegen hat, kann also zum Wochenmarktgespräch kommen oder eine persönliche Sprechstunde vereinbaren?
Emanuel Letz: Richtig, genau so ist es.

