Nahe Dran

Nahe Dran: Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Bad Kreuznach

today10. März 2026

Hintergrund
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Sirenen heulen, Handys schlagen Alarm und Warn-Apps melden sich gleichzeitig: Am Donnerstag, 12.03.2026 findet der landesweite Warntag in Rheinland-Pfalz statt. Was genau dahinter steckt und wie der Katastrophenschutz im Landkreis organisiert ist, darüber hat Moderator Patrick Berger im Radiotalk „Nahe Dran“ auf der Antenne mit Jörg Dindorf gesprochen. Er leitet das Team Medien beim Brand- und Katastrophenschutz des Landkreis Bad Kreuznach.

Warntag testet Sirenen, Apps und Handywarnungen

Der landesweite Warntag dient dazu, alle Warnsysteme gleichzeitig zu testen. Am Donnerstag wird um 10 Uhr ein Probealarm ausgelöst. Ziel ist es, die technischen Systeme zu überprüfen und gleichzeitig die Bevölkerung für Warnsignale zu sensibilisieren.

Zum Einsatz kommt ein sogenannter Warnmittel-Mix. Dazu gehören Sirenen, Warn-Apps, Cell Broadcast auf dem Handy sowie Hinweise über Radio und Fernsehen. Auch lokale Medien wie die Antenne sind Teil des Warnsystems und informieren im Ernstfall über weitere Maßnahmen.

Cell Broadcast spielt dabei eine besondere Rolle. Das System sendet Warnmeldungen direkt über Mobilfunkmasten an alle Handys in einer bestimmten Funkzelle. Nutzer müssen dafür keine App installieren und sich auch nicht anmelden. Die Warnung erscheint automatisch auf dem Bildschirm und wird mit einem lauten Signalton angekündigt.

Neue digitale Sirenen im Landkreis Bad Kreuznach

Parallel zum Ausbau der Warnsysteme wurden im Landkreis Bad Kreuznach in den vergangenen Jahren neue digitale Sirenen installiert. Sie ersetzen ältere Anlagen, die früher vor allem zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt wurden.

Die neuen Sirenen sind flächendeckend im Aufbau und sollen künftig auch zusätzliche Funktionen bieten. Neben klassischen Alarmtönen können perspektivisch auch Sprachdurchsagen übertragen werden, um konkrete Handlungsanweisungen zu geben.

Diese Sirenensignale sollte jeder kennen

Besonders wichtig ist laut Katastrophenschutz ein bestimmtes Warnsignal: ein einminütiger auf- und abschwellender Ton. Dieses Signal bedeutet „Warnung der Bevölkerung“. Es weist auf eine mögliche Gefahr hin, etwa bei Unwettern oder größeren Schadenslagen.

Wer dieses Signal hört, sollte sich sofort über aktuelle Informationen informieren – etwa über Radio, Internet oder Warn-Apps. Häufig wird empfohlen, Fenster und Türen zu schließen und weitere Hinweise der Behörden zu beachten.

Daneben gibt es auch das Entwarnungssignal. Dabei handelt es sich um einen durchgehenden Ton, der ebenfalls etwa eine Minute lang zu hören ist und signalisiert, dass die Gefahr vorüber ist.

Ehrenamtliche bilden das Rückgrat des Katastrophenschutzes

Gerade weil sich Risiken verändern – etwa durch häufiger auftretende Extremwetterlagen oder längere Einsätze – wird der Bedarf an ehrenamtlichen Helfern immer größer. Deshalb richtet der Katastrophenschutz auch regelmäßig einen Appell an die Bevölkerung, sich in der sogenannten „Blaulichtfamilie“ zu engagieren.

Nur wenige Funktionen sind hauptamtlich besetzt. Der überwiegende Teil der Arbeit wird von Freiwilligen getragen. Ohne dieses Engagement wäre der Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis nicht möglich.

Viele Helfer engagieren sich neben ihrem Beruf oder in ihrer Freizeit. Dazu gehören Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sowie Helfer verschiedener Hilfsorganisationen.

Das komplette Interview im Podcast

Im Radiotalk Nahe Dran erklärt Jörg Dindorf ausführlich, wie Katastrophenschutz im Landkreis organisiert ist, welche Rolle Ehrenamtliche spielen und wie die verschiedenen Warnsysteme im Ernstfall zusammenarbeiten. Das vollständige Gespräch mit Moderator Patrick Berger gibt es hier im Podcast zum Nachhören.

Soundcloud

Geschrieben von: Patrick Berger