Nahe Dran: Thomas Dubravsky

Geschrieben von Maximilian Wischermann

Im „Nahe dran“-Radiotalk auf der Antenne sprach Thomas Dubravsky, Vorsitzender des Fußballkreises Bad Kreuznach, über die Arbeit des Südwestdeutschen Fußballverbandes, die Entwicklung des Amateurfußballs in der Region und die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft.

Fußballkreis Bad Kreuznach sieht Herausforderungen und Chancen für die Zukunft

Der Südwestdeutsche Fußballverband ist einer von 21 Landesverbänden des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Das Verbandsgebiet ist in elf Fußballkreise unterteilt, die jeweils von einem Kreisvorsitzenden geleitet werden. Zu den Aufgaben der Kreisverbände gehört die Organisation des gesamten Spielbetriebs im Frauen-, Jugend- und Herrenbereich – von Turnieren bis hin zu Meisterschaftsrunden.

Im Fußballkreis Bad Kreuznach werden laut Dubravsky rund 70 aktive Mannschaften betreut. Einschließlich der Jugendmannschaften umfasst der organisierte Spielbetrieb mehr als 150 Teams. Das Verbandsgebiet reicht von Bad Kreuznach über Worms und Ludwigshafen bis nach Kaiserslautern und umfasst sowohl ländliche Regionen als auch Ballungsräume.

Deutlicher Rückgang bei Mannschaften und Jugendlichen

Sorgen bereitet dem Fußballkreis die rückläufige Zahl der Mannschaften. Vor zehn Jahren spielten noch 36 Mannschaften in der Kreisklasse C. Aktuell sind es nur noch 16. Damit gingen innerhalb eines Jahrzehnts 20 Mannschaften verloren.

Als Grund nennt Dubravsky die zunehmende Konkurrenz durch andere Freizeitangebote. Fußball sei für viele Jugendliche nicht mehr die erste Wahl wie früher.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Während bei den jüngsten Altersklassen weiterhin viele Kinder zum Fußball finden, brechen ab der C-Jugend laut Dubravsky zwischen 60 und 70 Prozent der Jugendlichen ihre Fußballlaufbahn ab. Im Kreis Bad Kreuznach und im Kreis Birkenfeld gibt es derzeit nur noch acht A-Jugendmannschaften.

Vereine sollen junge Menschen gezielt ansprechen

Nach Ansicht von Dubravsky hängt erfolgreiche Nachwuchsarbeit stark vom Engagement einzelner Personen in den Vereinen ab. Verantwortliche, die sich gezielt um die Jugend kümmern, könnten langfristig eine stabile Entwicklung ermöglichen.

Darüber hinaus sei eine moderne Außendarstellung wichtig. Vereine müssten junge Menschen aktiv ansprechen und attraktive Angebote schaffen, um neue Mitglieder zu gewinnen.

Weltmeisterschaft als Impulsgeber für den Amateurfußball

Mit Blick auf die Fußball-Weltmeisterschaft erwartet Dubravsky positive Auswirkungen auf den Amateurfußball. Erfolgreiche Auftritte der deutschen Nationalmannschaft könnten dazu beitragen, das Interesse am Fußball wieder zu steigern.

Große Turniere sorgten für Begeisterung und stärkten das Gemeinschaftsgefühl. Je weiter die deutsche Mannschaft komme, desto größer sei erfahrungsgemäß auch der spätere Zuspruch bei den Vereinen. Für das Turnier prognostizierte Dubravsky ein Erreichen des Viertelfinales für die deutsche Nationalmannschaft.

Umfassende Strukturreform ab 2027 geplant

Ab der Saison 2027/2028 soll im Südwestdeutschen Fußballverband eine umfassende Strukturreform umgesetzt werden. Die bisherige Kreisklasse C wird abgeschafft und die Spielklassen werden neu geordnet.

Walking Football etabliert sich in der Region

Zunehmend beliebt wird außerdem Walking Football. Bei dieser Variante des Fußballs darf nicht gelaufen oder gegrätscht werden. Der Ball wird flach gespielt und es gibt keinen Torwart.

Nach Angaben von Dubravsky bieten inzwischen mehrere Vereine im Kreis Bad Kreuznach Walking Football an. Das Angebot richte sich vor allem an ältere Menschen, werde aber auch von Personen ohne klassische Fußballvergangenheit genutzt.

Neben der sportlichen Betätigung steht dabei insbesondere der soziale Aspekt im Vordergrund. Walking Football soll Menschen zusammenbringen und ihnen eine Möglichkeit bieten, sich auch im höheren Alter regelmäßig zu bewegen.

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