Antenne Bad Kreuznach
today10. Januar 2026
Ausbildungscoaches sollen im Gastgewerbe in Rheinland-Pfalz weiterhelfen, wenn Ausbildungssuche und Stellenangebot nicht zusammenfinden. Deshalb wird das Förderprojekt „Coaches für betriebliche Ausbildung im Gastgewerbe“ bis Ende 2028 verlängert. Das teilten das Wirtschaftsministerium Rheinland-Pfalz, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit sowie der DEHOGA Rheinland-Pfalz mit. Ziel bleibt, junge Menschen auf Ausbildungssuche und Betriebe mit offenen Stellen zusammenzubringen.
Gerade Hotels und Gaststätten brauchen verlässlichen Nachwuchs, weil der Alltag anspruchsvoll ist und Teams schnell an Grenzen kommen. Gleichzeitig fehlt manchen Jugendlichen Orientierung, obwohl Interesse da ist. Genau hier setzen die Ausbildungscoaches an, denn sie begleiten persönlich und dauerhaft. So sollen mehr Ausbildungen zustande kommen, und außerdem sollen Abbrüche vermieden werden.
Die Ausbildungscoaches gehen dorthin, wo es hakt. Sie sprechen mit jungen Menschen, die trotz Motivation keinen passenden Ausbildungsplatz finden. Außerdem kommen sie in Betriebe, begleiten zu Vorstellungsgesprächen und bleiben auch danach erreichbar. Damit sind sie nicht nur beim Einstieg dabei, sondern auch während der gesamten Ausbildungszeit.
Wirtschaftsministerin Schmitt betont den Nutzen der engen Begleitung: „Der Coaching-Ansatz hat sich in der Praxis bewährt. Gerade im Hotel- und Gaststättengewerbe sehen wir, dass junge Menschen durch die persönliche Begleitung eher den Schritt in eine Ausbildung wagen – und vor allem auch dabeibleiben. Die Coaches sind nicht nur beim Einstieg da, sondern bleiben Ansprechpartner für Auszubildende und Betriebe über die gesamte Ausbildungszeit hinweg. Das schafft Vertrauen, stabilisiert Ausbildungsverhältnisse und verhindert Ausbildungsabbrüche“.
Dass der Ansatz wirkt, zeigt auch ein konkreter Wert aus 2024. Allein im Jahr 2024 konnten über die Coaches über 50 junge Menschen zusätzlich für eine Ausbildung gewonnen werden. Damit wächst die Chance, dass Betriebe langfristig Fachkräfte binden.
Die Verlängerung ist zugleich ein Signal an die Branche, denn der DEHOGA Rheinland-Pfalz ist Teil der Kooperation. Präsident Gereon Haumann macht deutlich, worauf es ankommt: „Eine passgenaue Besetzung unserer Ausbildungsstellen ist entscheidend für eine erfolgreiche Ausbildung der jungen Menschen, die ihre berufliche Zukunft in der Branche starten. Unsere DEHOGA Coaches eröffnen Jugendlichen das gesamte Spektrum der HoGa-Berufe, bauen die Brücke zwischen Schule und beruflichem Einstieg – und sind zudem eine unverzichtbare Unterstützung gerade für unsere vielen familiengeführten Betriebe. So sichern wir gemeinsam Fachkräfte, vermeiden Abbrüche und stärken die Zukunft der dualen Ausbildung.“
Damit bekommt das Projekt auch für Betriebe in der Nahe-Region Gewicht. Denn gerade familiengeführte Häuser brauchen oft schnelle, praxisnahe Hilfe, wenn Bewerbungen ausbleiben oder Unsicherheiten auftauchen. Ausbildungscoaches können hier vermitteln, und sie können Abläufe erklären, bevor Missverständnisse entstehen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie jungen Menschen mit Fluchtgeschichte. Hier sind Hürden oft höher, weil Informationen fehlen oder weil Unsicherheit über den richtigen Weg besteht. Für solche Fälle gibt es die Möglichkeit einer Einstiegsqualifizierung. So können beide Seiten Beruf und Betrieb über längere Zeit kennenlernen, bevor ein Ausbildungsvertrag folgt.
Auch die Bundesagentur für Arbeit sieht den Schlüssel in der persönlichen Begleitung. Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, sagt: „Die individuelle Begleitung der jungen Frauen und Männer während des gesamten Bewerbungsprozesses ist der Schlüssel für die erfolgreiche Vermittlung und die dauerhafte berufliche Integration. Dabei arbeiten die Ausbildungscoaches eng mit den Berufsberaterinnen und -beratern der Agenturen für Arbeit zusammen“.
Wer Kontakt sucht, findet ihn in Bad Kreuznach. Die Ausbildungscoaches sind am Sitz der Landesgeschäftsstelle des DEHOGA Rheinland-Pfalz erreichbar.
Geschrieben von: Lena Winterfeld
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