Neues aus dem Rathaus

Geschrieben von Maximilian Wischermann

Im Gespräch über aktuelle Themen aus dem Rathaus hat Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz die Bedeutung großer Sportereignisse, den bevorstehenden Veteranentag, die Städtepartnerschaft mit Bourg-en-Bresse sowie die Erinnerungskultur in der Stadt hervorgehoben.

Fußball-Weltmeisterschaft sorgt für Gemeinschaftsgefühl

Mit dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft sei bereits deutlich zu spüren, wie sehr die Menschen dem Turnier entgegenfiebern. Nach Einschätzung des Oberbürgermeisters stärken solche Großveranstaltungen das Gemeinschaftsgefühl und bringen die Menschen zusammen.

Auch die zahlreichen Fußballvereine in Bad Kreuznach könnten von der besonderen Atmosphäre profitieren. Darüber hinaus werde erwartet, dass Gastronomiebetriebe die Spiele übertragen und viele Menschen gemeinsam die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft verfolgen.

Veteranentag soll Wertschätzung für Soldaten stärken

Am kommenden Montag wird bundesweit der Veteranentag begangen. Aus Sicht des Oberbürgermeisters ist dieser Tag wichtig, um ehemaligen und aktiven Soldaten Anerkennung und Wertschätzung entgegenzubringen.

Er verwies darauf, dass die Bedeutung der Bundeswehr in den vergangenen Jahren wieder stärker in den Fokus gerückt sei. Vor dem Hintergrund internationaler Krisen und sicherheitspolitischer Herausforderungen werde zunehmend über die Rolle der Bundeswehr und die Wehrhaftigkeit Deutschlands diskutiert. Die Stadt Bad Kreuznach unterstütze den Veteranentag ebenso wie andere Kommunen.

Militärische Vergangenheit prägt Bad Kreuznach bis heute

Bad Kreuznach war über viele Jahrzehnte eng mit der Stationierung amerikanischer Streitkräfte verbunden. Nach Angaben von Letz erinnern sich viele Bürger noch heute an diese Zeit, die das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben der Stadt nachhaltig geprägt habe.

Letz: „Es gibt heute noch Menschen, die sich die Zeiten zurückwünschen, als die Amerikaner hier stationiert waren. Das war eine besondere Zeit. Ich kenne das noch aus meiner eigenen Jugend. Die Gastronomie, die Kneipen, das war ein ganz anderes Leben. Und das ist heute eher ruhiger und deswegen gibt es den einen oder anderen, die sich die Zeiten zurückwünscht.“

„Unsere Stadt hat sich aber auch verändert. Wenn man sieht, wie viele Flächen die Amerikaner zurückgelassen haben, als sie hier abgezogen sind. Man sieht, Bad Kreuznach pulsiert, wächst. Die Flächen sind alle wieder bewohnt. Es sind Häuser dort entstanden oder Gewerbegebiete. Das gehört einfach mit dazu, zum Leben, zu unserer Stadt“, so der Oberbürgermeister.

Ausstellung stärkt Städtepartnerschaft mit Bourg-en-Bresse

Mit der Gemeinschaftsausstellung „Goldene 20er Jahre“ im Museum Schlosspark wurde kürzlich ein weiteres gemeinsames Kulturprojekt zwischen Künstlern aus Bad Kreuznach und der französischen Partnerstadt Bourg-en-Bresse eröffnet.

Der Oberbürgermeister betonte die große Bedeutung solcher kulturellen Begegnungen. Städtepartnerschaften lebten nicht von offiziellen Vereinbarungen, sondern vom persönlichen Austausch und gemeinsamen Projekten. Die Stadt unterstütze deshalb weiterhin kulturelle, sportliche und wirtschaftliche Austauschprojekte mit ihren Partnerstädten.

Stolpersteinverlegung und Appell gegen Vandalismus

Rückblickend ging Emanuel Letz auch auf die jüngste Stolpersteinverlegung in Bad Kreuznach ein. Die Veranstaltung sei gut besucht gewesen und habe die Bedeutung von Erinnerungs- und Gedenkarbeit unterstrichen.

Gleichzeitig zeigte er sich betroffen über die Beschädigung von Stelen, die an die ermordeten jüdischen Bürger der Stadt erinnern. Diese seien mit Schriftzügen beschmiert worden. Der Oberbürgermeister appellierte an mögliche Zeugen, Hinweise zu solchen Vorfällen an die Polizei weiterzugeben. Erinnerungskultur und das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus seien auch heute von großer Bedeutung und dienten zugleich als Mahnung für die Gegenwart.

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