Antenne Bad Kreuznach
today23. Februar 2026
Voll Nahe in Bad Kreuznach / Foto: Antenne Bad Kreuznach
Der Hochwasserpegel der Nahe in Bad Kreuznach liegt aktuell bei 4,49 Metern, und damit besteht eine mäßige Hochwassergefahr. Die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz weist auf erhöhte Wasserstände hin, warnt jedoch nicht vor einer akuten Hochwasserlage.
Nach Angaben der Messstation Bad Kreuznach wurde am 23. Februar um 10 Uhr ein Wert von 449 Zentimetern gemessen. Der vorherige Stundenwert lag bei 446 Zentimetern, sodass der Pegel leicht um drei Zentimeter angestiegen ist. In der Nacht hatte der Wasserstand deutlich zugelegt, doch im Tagesverlauf rechnen die Fachleute mit sinkenden Werten.
Laut Prognose soll der Pegel im Laufe des Vormittags wieder unter 2,80 Meter fallen. Auch danach erwarten die Experten weiter rückläufige Werte, während sich die Lage insgesamt entspannt.
Die Warnung wurde auch über die App NINA verbreitet, weil entlang der Nahe örtlich Wasser über die Ufer treten kann. Zudem fließt der Fluss derzeit schneller als üblich, was Spaziergänger und Anwohner deutlich wahrnehmen.
Im Flussgebiet Nahe zeigen auch andere Messstellen erhöhte Werte. In Martinstein wurden 305 Zentimeter gemessen, in Boos 242 Zentimeter. Die Werte liegen über den Vortagen, bleiben jedoch unter kritischen Hochwassermarken.
Solche Wasserstände sind bei Tauwetter im Winter nicht ungewöhnlich, denn gesättigte Böden und zusätzliche Niederschläge führen zu raschem Abfluss. Die Messdaten werden kontinuierlich erfasst und in Prognosemodelle eingespeist, damit Entwicklungen frühzeitig erkannt werden.
Ein Blick auf frühere Ereignisse ordnet den Hochwasserpegel der Nahe in Bad Kreuznach ein. Im Dezember 1993 erreichte die Nahe mehr als 8,3 Meter. Im Januar 1995 lag der Höchststand bei rund 7,5 Metern, und im Januar 2022 bei etwa 5,8 Metern.
Verglichen mit diesen historischen Spitzen bleibt der aktuelle Wert von 4,49 Metern deutlich darunter. Die gelbe Hochwassermarke HW 2 liegt bei etwa sechs Metern und wird derzeit nicht erreicht.
Die aktuelle Situation ist deshalb als erhöht, aber nicht außergewöhnlich zu bewerten. Optisch wirkt die Nahe vielerorts voll, jedoch liefern die offiziellen Messdaten ein differenziertes Bild. Der Hochwasserpegel der Nahe bewegt sich im Bereich typischer jahreszeitlicher Schwankungen, während die Prognosen auf eine Entspannung hindeuten.
Geschrieben von: Lena Winterfeld
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