Alzey-Worms

Hochwasserschutz am Dauerstau in Alzey: Gehölzarbeiten haben begonnen

today15. Januar 2026

Hintergrund
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Lesedauer 2 Minuten

Am Dauerstau in Alzey haben notwendige Arbeiten zum Hochwasserschutz begonnen. Im Auftrag der Stadt entfernt eine Fachfirma in begrenztem Umfang Bäume und Sträucher im Bereich des Dammes sowie am Einlaufbauwerk in die Selz. Grundlage ist eine Anweisung der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd. Ziel der Maßnahme ist es, die Funktionsfähigkeit der Hochwasserschutzanlage dauerhaft sicherzustellen.

Der Dauerstau dient nicht nur als Naherholungsgebiet, sondern erfüllt vor allem eine technische Schutzfunktion. Die Anlage wurde in den 1960er-Jahren errichtet, um die Innenstadt vor Hochwasserereignissen der Selz zu schützen. Damit diese Aufgabe auch bei Starkregen zuverlässig erfüllt wird, unterliegt das Bauwerk strengen wasserrechtlichen Vorgaben und regelmäßigen Kontrollen.

Warum Bäume und Sträucher entfernt werden

Ein zentraler Bestandteil dieser Vorgaben ist die sogenannte Baumtabuzone. Gehölze und ihre Wurzeln können in den Damm oder den Dammfuß hineinwachsen und dadurch die Stabilität und Dichtigkeit der Anlage beeinträchtigen. Im Hochwasserfall würde dies ein erhebliches Risiko für die Kernstadt darstellen. Aus diesem Grund werden aktuell auf mehreren kleineren Teilflächen Gehölze entfernt.

Besonders betroffen sind Bereiche nördlich des Einlaufbauwerks auf der Seeseite sowie Flächen in der Nähe einer ehemaligen Kleingartenanlage, die stark bewachsen sind und vollständig freigemacht werden müssen. Markante Einzelbäume wie eine große Trauerweide bleiben erhalten.

Arbeiten zeitlich begrenzt und fachlich begleitet

Die Arbeiten sind bewusst zeitlich eng gefasst und erfolgen außerhalb der Brut- und Setzzeit. Eine naturschutzfachliche Prüfung hat Umfang und Auswirkungen der Eingriffe bewertet. Die zuständige Naturschutzbehörde hat die erforderliche Genehmigung erteilt. Nach Angaben der Stadt lassen sich die Maßnahmen ohne Gefährdung geschützter Arten umsetzen.

Ausgleich und neues Grün geplant

Wo Bäume und Sträucher weichen müssen, entsteht an anderer Stelle neues Grün. Auf städtischen Flächen im räumlichen Zusammenhang plant die Stadt gezielte Nachpflanzungen mit heimischen Baumarten. Zusätzlich bringt sie Fledermauskästen sowie Nistkästen für Höhlenbrüter an.

Die Stadt betont, dass die Maßnahme kein Widerspruch zu ihren Zielen in Sachen Stadtgrün und Klimaanpassung ist. Ein funktionierender Hochwasserschutz schafft vielmehr die Voraussetzung, Grünflächen, Lebensräume und Naherholung langfristig zu erhalten.

Geschrieben von: Geraldine Werner