Ingelheim am Rhein

Feuerwehr-Azubi aus Ingelheim spendet Stammzellen für eine unbekannte Person

today17. Juli 2025

Hintergrund
Anzeige

Jonas Eberhard nimmt derzeit am Grundausbildungslehrgang der Feuerwehren Mainz und Ingelheim teil. Der zeitlich eng getaktete Kurs lässt kaum Spielraum. Doch als die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) ihn kontaktierte, weil er als genetischer Zwilling infrage kommt, war für ihn klar: „Wenn ich helfen kann, dann helfe ich.“

Bereits seit neun Jahren ist Eberhard registriert. Der Anruf kam auf dem Heimweg von einem Ausbildungstag. Trotz der engen Zeitpläne stellten sich sowohl die Feuerwehr Ingelheim als auch die Ausbildungsstelle in Mainz hinter ihn. Für beide war klar: Die Spende hat Vorrang.

Flexible Unterstützung durch beide Feuerwehren

Mirko Gauer, Wehrleiter der Feuerwehr Ingelheim, erinnert sich: „Wir waren beeindruckt von seinem unbedingten Willen, einem völlig Fremden zu helfen.“ Nach Abstimmung mit der DKMS konnte Jonas freigestellt werden – sowohl für die Voruntersuchung als auch für die eigentliche Spende.

Die ambulante Stammzellenspende hatte für Eberhard Nebenwirkungen wie grippeähnliche Symptome. Doch auch hier zeigte die Ausbildungsleitung Verständnis: Für besonders körperlich fordernde Übungen wurde er vorübergehend freigestellt – ohne Nachteile in der Ausbildung.

Retten ohne Pause – auch in der Ausbildung

Die Spende ging an einen Patienten in Deutschland. Ob Spender und Empfänger sich jemals kennenlernen, ist offen. Für Jonas Eberhard ist das zweitrangig. Für ihn zählt, dass er geholfen hat – ganz im Sinne der Feuerwehr.

Derzeit absolvieren 18 Feuerwehranwärterinnen und -anwärter ihre Ausbildung in Mainz und Ingelheim. Dass in dieser fordernden Zeit eine Stammzellenspende während der Feuerwehr-Ausbildung möglich war, zeigt: Helfen kennt bei der Feuerwehr keine Pause – nicht einmal während der Grundausbildung.

 

Geschrieben von: Geraldine Werner