Gradierwerk 3 in Bad Kreuznach soll umfassend saniert werden

Geschrieben von Georgina Voskuhl •

Für das Gradierwerk 3 im Salinental sind barrierefreie Zugänge, breitere Aufenthaltsbereiche und eine Aerosol-Aktivroute geplant. Die Sanierung könnte knapp 3,9 Millionen Euro kosten.

Das Gradierwerk 3 am Salinenbad in Bad Kreuznach soll umfassend saniert und umgebaut werden. Die Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH, kurz GuT, bereitet dafür einen Förderantrag vor. Vor einer Bewilligung dürfen laut Geschäftsführer Dr. Michael Vesper keine Arbeiten beginnen, da dies die Förderung gefährden würde. Bis dahin hat die GuT die bestehenden Probleme an der Betonwanne zunächst abgesichert.

Betonwanne muss langfristig ersetzt werden

Ein zentraler Bestandteil der Sanierung ist die bestehende Betonwanne. Sie fängt das Wasser auf, das anschließend wieder nach oben gepumpt wird und über die Dornenwände läuft. Nach Angaben Vespers kann der Beton langfristig Schäden entwickeln. Deshalb soll die bestehende Wanne mit einer Holzkonstruktion überbaut werden. Ein ähnliches Verfahren habe die GuT bereits bei einem anderen Gradierwerk angewandt. Vesper sieht die Sanierung deshalb auch als Maßnahme zum Erhalt der Anlage. Ohne eine funktionierende Wanne könne die Berieselung ausfallen. Dadurch würden auch die Dornenwände schneller Schaden nehmen.

Besuchersteg soll breiter und barrierefrei werden

Neben der technischen Sanierung plant die GuT einen deutlichen Umbau für Besucher. Der bestehende Steg soll breiter werden und Aufenthaltsbereiche erhalten. Menschen im Rollstuhl sollen die Galerie künftig ebenso nutzen können wie sehbehinderte Menschen. Dafür sind Rampen und ein Leitsystem vorgesehen. Auch auf der Seite des Schwimmbads soll ein neuer Steg entstehen. Dort gibt es derzeit keine vergleichbare Möglichkeit, direkt an die Dornenwand zu gelangen. Zusätzlich sind Aufenthaltsinseln, Ruhebänke und Solezerstäuber geplant. Eine Aerosol-Aktivroute soll außerdem Inhalation mit leichter Bewegung und Gymnastik verbinden.

Vesper sieht Vorteile für Besucher und Einwohner

Für Vesper spielt vor allem der direkte Aufenthalt an der Dornenwand eine wichtige Rolle. Ein Klimagutachten habe gezeigt, dass der Effekt durch Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftbewegung besonders im direkten Umfeld des Gradierwerks spürbar sei. Die bisherigen Aufenthaltsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt. Zudem könnten Menschen mit Einschränkungen den Bereich derzeit nicht ohne Weiteres nutzen. Mit dem Umbau soll sich deshalb die Aufenthaltsqualität verbessern. Vesper sieht das Projekt außerdem im Zusammenhang mit der geplanten Neugestaltung der angrenzenden Grünflächen durch die Stadt. Auch für Besucher des Salinenbads soll der Zugang zur Dornenwand verbessert werden.

Kosten liegen bei knapp 3,9 Millionen Euro

Die GuT rechnet derzeit mit Gesamtkosten von knapp 3,9 Millionen Euro. Zu den größten Kostenpunkten gehören laut Vesper die neue Holzwanne, die Neubedornung und der Umbau der Stege. Hinzu kommen die barrierefreien Zugänge, das Leitsystem und der geplante Aktivweg. Allein für die Arbeiten an der Wanne rechnet Vesper mit etwa 1,5 bis 1,6 Millionen Euro. Die GuT will einen Antrag im Förderprogramm für touristische Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz stellen. In der bisherigen Planung kalkuliert sie mit einer Förderung von 80 Prozent. In diesem Fall bliebe ein Eigenanteil von rund 800.000 Euro. Diesen Betrag müsste die GuT laut Vesper über ein Darlehen finanzieren. Die endgültige Höhe der Förderung entscheidet jedoch das Land.

Verkürzung des Gradierwerks ist vom Tisch

Zwischenzeitlich hatte die GuT vorgeschlagen, die Sanierung nur auf etwa 75 Prozent des derzeit rund 252 Meter langen Gradierwerks zu beschränken. Damit sollten sowohl die Baukosten als auch die späteren Unterhaltungskosten sinken. Der Stadtrat entschied sich jedoch gegen eine weitere Verkleinerung. Nach Angaben Vespers gibt es im Salinental heute noch sechs Gradierwerke. Früher waren es zehn. Die GuT richtet ihre weitere Planung deshalb auf den Erhalt des gesamten Gradierwerks 3 aus.

Förderentscheidung könnte Mitte 2027 vorliegen

Wann die Arbeiten beginnen können, hängt vom Förderverfahren ab. Vesper hofft, dass eine Entscheidung des Landes bis Mitte 2027 vorliegt. Bei einer Bewilligung könnten die Arbeiten anschließend ausgeschrieben werden. Für die eigentliche Bauzeit rechnet Vesper mit rund 15 Monaten. Nach seiner derzeitigen Einschätzung könnten sich die Arbeiten damit bis ins Frühjahr 2029 ziehen.

Unterhaltung der Gradierwerke kostet jährlich hohe Summen

Vesper verwies im Gespräch auch auf die laufenden Kosten der Anlagen. Nach seinen Angaben investiert die GuT jährlich etwa 500.000 bis 600.000 Euro allein in Erneuerungsmaßnahmen an den Gradierwerken. Die geplante Sanierung von Gradierwerk 3 soll deshalb nicht nur den Bestand sichern. Gleichzeitig soll die Anlage stärker auf Besucher ausgerichtet und besser zugänglich werden.