Mainz

Mainz: „Christoph 77“ fliegt seit 1.1.2026 auch nachts

today7. Januar 2026

Hintergrund
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Christoph 77 jetzt 24/7 alarmierbar

Der Intensivtransport- und Rettungshubschrauber Christoph 77 ist in Rheinland-Pfalz seit dem 1. Januar 2026 wieder rund um die Uhr einsatzbereit. Der Flugbetrieb läuft damit an sieben Tagen pro Woche, auch in der Nacht. Das Land begründet den Schritt mit veränderten Anforderungen in der Gesundheitsversorgung und mit einer stärker spezialisierten Krankenhauslandschaft.

Innenminister Michael Ebling betont die dauerhafte Verfügbarkeit der Luftrettung als Ergänzung zum bodengebundenen Rettungsdienst. „Die Menschen in Rheinland-Pfalz können sich auf den Rettungsdienst rund um die Uhr verlassen“.

Warum die Nacht eine größere Rolle spielt

Hintergrund der Ausweitung ist eine Bedarfsanalyse der Einsatzdaten aus 2024. Untersucht wurden dabei nächtliche Notfalleinsätze sowie Verlegungen mit langen Transportwegen zwischen Einsatzort und geeigneter Zielklinik. Denn gerade nachts können Zeit und Weg entscheidend sein, wenn eine Spezialklinik gebraucht wird. 

Ebling verweist dabei auf längere Wege durch Spezialisierung und Konzentration im Klinikbereich. „Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen“. Der Hubschrauber soll vor allem bei arztbegleiteten Notfall- und Intensivverlegungen unterstützen. 

Was das für Regionen wie den Kreis Bad Kreuznach bedeutet

Die Station von Christoph 77 ist seit 1997 in Mainz, und der Hubschrauber kommt landesweit zum Einsatz. In der Praxis geht es häufig um schnelle Transporte zur passenden Klinik, und zwar dann, wenn Zeitdruck besteht oder Strecken länger werden. Für den Nahe-Raum, etwa mit Blick auf den Kreis Bad Kreuznach, kann die nächtliche Alarmierbarkeit zusätzliche Optionen schaffen, wenn eine Verlegung außerhalb der bisherigen Zeiten nötig wird. 

Der Betrieb war ursprünglich als 24-Stunden-Angebot gestartet, wurde aber 2007 auf Tagbetrieb reduziert. 2019 folgte eine Erweiterung bis 22 Uhr, und seitdem war Christoph 77 ganzjährig zwischen 7 und 22 Uhr alarmierbar. Jetzt ist der 24/7-Betrieb wieder dauerhaft vorgesehen, wobei das Land die Einsatzdaten fortlaufend auswerten will. Perspektivisch kann auch ein anderer Standort für den 24/7-Betrieb in Betracht kommen. 

Technik, Training und Sicherheit in der Nacht

Möglich wird der Nachtbetrieb laut Innenministerium auch durch technische und organisatorische Fortschritte. Genannt werden moderne Hubschrauber, Nachtsichttechnik, spezielle Ausbildungen für die Crews sowie fest etablierte Sicherheitsverfahren. Gleichzeitig bleibt die Sicherheit von Patienten und Besatzungen das zentrale Kriterium. 

Auch die ADAC Luftrettung sieht die Voraussetzungen in Mainz als gegeben. „Momentan absolvieren wir mit dafür ausgelegten Hubschraubern deutschlandweit mehr als 3000 Nachtflüge pro Jahr“, sagte Geschäftsführer Frédéric Bruder. In Mainz seien Crews bereits seit Jahren bis 22 Uhr im Einsatz, und deshalb gebe es Erfahrung bei Dämmerung und Dunkelheit.

Geschrieben von: Lena Winterfeld