Spektakuläre Ansichten der Sonne, ferne Galaxien und farbenprächtige Gasnebel: Der Astrofotograf Mehmet Ergün zeigt ab Freitag, 6. November, eine Auswahl seiner Arbeiten im Künstlerbahnhof Ebernburg. Die Vernissage der Ausstellung „Die Botschaft des Kosmos“ beginnt um 19 Uhr. Die Bilder sind anschließend bis zum 27. November zu sehen.
Das Unsichtbare sichtbar machen
Der aus Traisen stammende Fotograf beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Objekten, die mit bloßem Auge gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zu erkennen sind. Zu seinen Motiven gehören der Mond, die Sonne und die Planeten ebenso wie Sterne, Gasnebel und weit entfernte Galaxien. Für detailreiche Aufnahmen benötigt Ergün neben Teleskopen und hohen Brennweiten häufig eine große Zahl einzelner Bilder. Bei Aufnahmen von Planeten oder der Sonne entstehen innerhalb kurzer Zeit teilweise Tausende Einzelbilder. Eine spezielle Software wählt daraus die schärfsten Aufnahmen aus, die anschließend zu einem detailreichen Gesamtbild verarbeitet werden.
Aufnahmen aus 15 Jahren Astrofotografie
Die Ausstellung im Künstlerbahnhof gibt einen Überblick über Arbeiten, die in den vergangenen zehn bis 15 Jahren entstanden sind. Einige Bilder sind größer als DIN A2 und lassen dadurch Strukturen erkennen, die auf kleineren Abzügen kaum wahrnehmbar wären. Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen des Mondes, verschiedener Planeten, des Orionnebels und weiterer Objekte des Nachthimmels. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Ergüns Sonnenfotografien. Bei der Vernissage wird der Fotograf selbst anwesend sein. Er möchte Fragen beantworten und erläutern, wie ausgewählte Bilder entstanden sind. Dabei geht es nicht nur um die eingesetzte Technik, sondern auch um die Geschichten hinter den Aufnahmen.
Die Raumstation vor der Sonne
Zu den ausgestellten Arbeiten gehört ein Bild, das die Internationale Raumstation ISS beim Vorbeiflug vor der Sonne zeigt. Die Aufnahme wurde nach Angaben des Fotografen zweimal als „Astronomy Picture of the Day“ der NASA ausgezeichnet. Für seine Astrofotografie erhielt Ergün bereits mehrere internationale Auszeichnungen. Bei Nahe Dran berichtete er außerdem von einer Ehrung beim Wettbewerb „Astrophotographer of the Year 2023“ in London. Seine Arbeiten waren bereits in Bad Kreuznach, aber auch in Paris, London, Istanbul und Bursa zu sehen.
Spezialfilter zeigen Strukturen der Sonne
Die Sonne ist Ergüns liebstes Motiv. Für seine Aufnahmen verwendet er spezielle H-Alpha-Sonnenteleskope. Damit lassen sich bestimmte Wellenlängen und Strukturen sichtbar machen, die bei einer gewöhnlichen Beobachtung verborgen bleiben. Dazu gehören unter anderem Protuberanzen und Filamente auf der Sonnenoberfläche. Ergün weist ausdrücklich darauf hin, dass die Sonne niemals ohne einen geeigneten Filter durch ein Teleskop betrachtet oder fotografiert werden darf. Ohne die notwendige Schutzausrüstung können schwere Augenschäden entstehen.



Lichtverschmutzung erschwert die Aufnahmen
Viele seiner Bilder entstehen in der privaten Sternwarte in seinem Garten in Traisen. Helle Motive wie Sonne, Mond und Planeten lassen sich dort trotz der vorhandenen Lichtverschmutzung gut fotografieren. Für lichtschwächere Objekte reist Ergün regelmäßig an Orte mit besonders dunklem Nachthimmel. Dazu gehören die Kanareninsel La Palma und Namibia. Auf der Südhalbkugel sind Bereiche des Himmels zu sehen, die von Deutschland aus nicht beobachtet werden können. Nach Einschätzung des Fotografen sind die Bedingungen in der Nahe-Region noch vergleichsweise günstig. In Ballungsräumen und Großstädten erschwert künstliches Licht die Beobachtung des Nachthimmels deutlich stärker.
Ausstellung läuft bis zum 27. November
Die Vernissage von „Die Botschaft des Kosmos“ beginnt am Freitag, 6. November, um 19 Uhr im Künstlerbahnhof Ebernburg. Die Ausstellung ist bis Freitag, 27. November, zu den Öffnungszeiten des Künstlerbahnhofs zu sehen. Weitere Arbeiten und Informationen über seine Fotoworkshops veröffentlicht Mehmet Ergün auf seiner Internetseite unter mehmet-erguen.com sowie über seine Social-Media-Kanäle.



