Die neue Deutsche Edelsteinkönigin Aline Stanek möchte während ihrer zweijährigen Amtszeit nicht nur die Region vertreten, sondern auch junge Menschen für die Berufe rund um Edelsteine und Schmuck begeistern. Die 26-Jährige ist ausgebildete Edelsteinschleiferin und Edelsteingraveurmeisterin. Damit bringt die inzwischen 25. Deutsche Edelsteinkönigin einen unmittelbaren beruflichen Bezug zu dem Kulturgut mit, das sie künftig auf Messen, Festen und bei weiteren Veranstaltungen repräsentiert. Im unserem Talk „Nahe dran“ berichtete Stanek, dass sie ihre Wahl noch immer nicht vollständig realisiert habe. Gleichzeitig freue sie sich sehr auf die kommenden beiden Jahre und die zahlreichen Begegnungen, die mit ihrem neuen Amt verbunden sind.
Der Wunsch entstand bereits während der Ausbildung
Mit dem Amt der Deutschen Edelsteinkönigin beschäftigte sich Aline Stanek erstmals im Jahr 2019, als sie ihre Ausbildung zur Edelsteinschleiferin begann. Schon damals habe sie die Aufgabe begeistert. Auch ein Lehrer ermutigte sie, sich zu einem späteren Zeitpunkt zu bewerben. Zunächst entschied sich Stanek jedoch dafür, direkt im Anschluss an ihre Ausbildung den Meisterkurs zu absolvieren. Neben dem Schleifen eignete sie sich das Handwerk der Edelsteingravur an und legte ihre Meisterprüfung schließlich als Graveurin ab. Erst danach wollte sie sich vollständig auf eine mögliche Amtszeit als Deutsche Edelsteinkönigin konzentrieren. Die Arbeit an einem gravierten Edelstein kann nach ihren Angaben mehrere Stunden, teilweise aber auch Tage oder Wochen dauern. Die Steine werden zunächst vorgeschliffen und anschließend an einer Spindel weiterbearbeitet, bis das gewünschte Schmuckstück entsteht.
Botschafterin für eine ganze Region
Als Deutsche Edelsteinkönigin vertritt Stanek sowohl die Schmuck- und Edelsteinstadt Idar-Oberstein als auch die gesamte Deutsche Edelsteinstraße. Zu deren Kerngebiet gehören neben Idar-Oberstein insbesondere die Orte der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen. Auch Freisen im Saarland ist wegen seiner bedeutenden Achatvorkommen Mitglied der Deutschen Edelsteinstraße. Stanek versteht sich als Markenbotschafterin für die Region und ihr Handwerk. Sie möchte bei regionalen und überregionalen Auftritten zeigen, welche Bedeutung die Bearbeitung von Edelsteinen bis heute für die Heimat rund um Idar-Oberstein besitzt. Dabei geht es nicht nur um einen einzelnen Beruf. An der Entstehung eines Schmuckstücks können unter anderem Edelstein- und Diamantschleifer, Graveure, Goldschmiede und Edelsteinfasser beteiligt sein. Dieses Wissen und die handwerkliche Vielfalt möchte Stanek während ihrer Amtszeit stärker sichtbar machen.
Nachwuchs für das Edelsteinhandwerk gesucht
Der neuen Edelsteinkönigin ist aber auch die Nachwuchsgewinnung ein besonderes Anliegen. Die Klassen an den entsprechenden Berufsschulen würden kleiner. Deshalb hofft sie, durch ihre Auftritte auch junge Menschen auf die beruflichen Möglichkeiten in der Edelstein- und Schmuckbranche aufmerksam machen zu können. Auch wenn viele der heute in Idar-Oberstein bearbeiteten Steine aus internationalen Herkunftsgebieten stammen, sieht sich die Region weiterhin als bedeutendes Zentrum der Edelsteinbearbeitung. Nach Angaben des Fördervereins ist die über Generationen weitergegebene Erfahrung ein entscheidender Vorteil. Idar-Oberstein spiele als Kreativzentrum für die Verarbeitung von Edelsteinen und Diamanten weiterhin weltweit eine wichtige Rolle.
Zwei Jahre für Erfahrung und Souveränität
Die Amtszeit einer Deutschen Edelsteinkönigin beträgt traditionell zwei Jahre. Nach den Erfahrungen des Fördervereins bietet insbesondere das zweite Jahr die Möglichkeit, bereits bekannte Veranstaltungen mit größerer Routine zu besuchen. Die Majestäten sammeln während ihrer Auftritte Erfahrungen bei Interviews, Begrüßungsreden und Messeeröffnungen. Aline Stanek bringt bereits Bühnenerfahrung mit. Sie war unter anderem im Zusammenhang mit dem Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreis öffentlich aufgetreten. Beim Auswahlverfahren zur Edelsteinkönigin mussten die Bewerberinnen zudem eine fiktive Eröffnung der Mineralienmesse in Idar-Oberstein präsentieren. Bewertet wurden dabei unter anderem Auftreten, Ausdruck und rhetorische Fähigkeiten.
Eine Tradition seit 1976
Der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße wurde 1974 gegründet. Zwei Jahre später wurde mit Ellen Gödeke die erste Deutsche Edelsteinkönigin gekrönt. Aline Stanek führt diese Tradition nun als 25. Majestät fort. Der Verein widmet sich der Pflege des regionalen Brauchtums, der Heimatverbundenheit und dem Erhalt des Edelsteinhandwerks. Die Deutsche Edelsteinkönigin dient dabei als öffentlich sichtbare Repräsentantin. Der Förderverein koordiniert ihre Auftritte, begleitet sie zu Messen und übernimmt Teile der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Viele Aufgaben werden ehrenamtlich geleistet. Hinzu kommt die Unterstützung durch Unternehmen und weitere Partner. Für Staneks Krönung wurde beispielsweise ein eigenes Kleid angefertigt. Auch Styling, Fotografien, Autogrammkarten und Fahrzeuge für längere Reisen werden von Unterstützern bereitgestellt.
Termine und Einblicke über soziale Netzwerke
Interessierte können die Amtszeit von Aline Stanek über die Internetseite des Fördervereins sowie den Instagram-Auftritt der Deutschen Edelsteinkönigin verfolgen. Dort sollen sowohl Informationen zu Veranstaltungen als auch Einblicke hinter die Kulissen veröffentlicht werden. Beiträge werden zudem über Facebook verbreitet. Der Förderverein Deutsche Edelsteinstraße nimmt auch neue Mitglieder auf. Der Jahresbeitrag beträgt nach Angaben des Vorsitzenden Leonhard Stibitz 75 Euro für Privatpersonen, 100 Euro für Gewerbebetriebe und 150 Euro für Kommunen. Mitgliedsbetriebe und Kommunen können beispielsweise bei Hausmessen, Jubiläen oder Eröffnungen einen Auftritt der Deutschen Edelsteinkönigin anfragen.



