Antenne Bad Kreuznach
today19. Februar 2026
Rund 7.700 Kilometer trennen Kirn von Recife in Brasilien. Doch genau diese Strecke verbindet Horst Hügel mit einem außergewöhnlichen Hilfsprojekt: der Gemeinschaft der kleinen Propheten („Comunidade dos Pequenos Profetas“). Im Radiotalk Nahe Dran hat er über sein Engagement für Straßenkinder in der Millionenstadt Recife gesprochen – und darüber, wie auch Menschen aus der Region helfen können.
Die Gemeinschaft der kleinen Propheten ist ein unabhängiges Kinderprojekt im Zentrum von Recife. Gegründet wurde es von Demetrios, der sich bereits mit 16 Jahren um Straßenkinder kümmerte. Heute erhalten dort täglich zwischen 80 und 120 Kinder Unterstützung.
Das Angebot ist umfassend: Die Kinder bekommen Essen, können duschen, werden medizinisch und psychologisch betreut und erhalten Bildungsangebote. Viele von ihnen kommen aus den Favelas – aus Verhältnissen, die für uns kaum vorstellbar sind. Gewalt, Drogen und Perspektivlosigkeit prägen den Alltag vieler Familien.
Umso wichtiger ist das Projekt. Es bietet Schutz, Struktur und eine echte Zukunftsperspektive.
Ein besonderes Herzensprojekt ist die neu aufgebaute Bäckerei. Mit Spendengeldern – unter anderem aus der Region – konnten Maschinen angeschafft werden. Jugendliche lernen dort das Bäckerhandwerk, backen unter Anleitung und verkaufen ihre Produkte.
Das Prinzip ist einfach und wirkungsvoll: Die Hälfte der Einnahmen wird für neue Zutaten verwendet, die andere Hälfte erhalten die Jugendlichen selbst. Für viele ist es das erste eigene Geld – und ein wichtiger Schritt in ein selbstbestimmtes Leben.
Jetzt wird ein Bäcker oder eine Bäckerin aus Deutschland gesucht, der oder die für einige Wochen oder Monate nach Recife reist, um Wissen weiterzugeben. Unterkunft und Verpflegung sind organisiert. Besonders wichtig ist Freude an der Arbeit mit jungen Menschen.
Horst Hügel engagiert sich seit 2010 für das Projekt. Er kennt die Verantwortlichen vor Ort persönlich und steht in engem Austausch. Über Videotelefonie zeigt ihm das Team regelmäßig, wofür die Spendengelder eingesetzt werden. Jeder Euro kommt direkt an.
Wer helfen möchte, kann über die Soonwaldstiftung mit dem Kennwort „Brasilien“ spenden. Auch Unternehmen oder Handwerksbetriebe aus der Region sind willkommen, sich einzubringen.
Was Horst Hügel antreibt? „Wenn man diese Kinderaugen sieht und merkt, dass man wirklich etwas bewegt – dann weiß man, warum man weitermacht.“ Das komplette Gespräch gibt es hier im Nahe Dran Podcast zum Nachhören:
Geschrieben von: Patrick Berger
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