Nahe Dran

Nahe Dran: Jewish Help Zadaqah stellt sich vor

today27. Januar 2026

Hintergrund
Anzeige

Erinnern, helfen, Haltung zeigen – genau darum ging es in der heutigen Ausgabe von Nahe Dran auf der Antenne. Moderator Patrick Berger spricht mit Samuel Trampus aus Ingelheim, Mitgründer der Hilfsorganisation Jewish Help Zadaqah, über jüdisches Leben in der Nahe-Region, über Verantwortung und über konkrete Hilfe im Alltag.

Der Talk fällt auf den 27. Januar, den internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Und genau an diesem Tag wird klar: Erinnern ist wichtig, aber Handeln ist genauso entscheidend.

Ein Gedenktag mit persönlicher Bedeutung

Für Samuel Trampus ist der 27. Januar kein abstraktes Datum. Als Nachfahre von Shoah-Überlebenden erzählt er offen, wie die Geschichte seiner Familie sein Leben bis heute prägt. Seine Großmutter überlebte das Konzentrationslager Dachau, viele Angehörige wurden ermordet. Diese Erfahrungen wirken nach – und sie prägen auch sein Engagement. Im Gespräch wird deutlich, warum Erinnerungsarbeit heute wichtiger denn je ist. Gleichzeitig spricht Trampus darüber, wie Angst, Zurückhaltung und Bedrohungen den Alltag vieler jüdischer Menschen in Deutschland bestimmen – auch in Ingelheim und der Rhein-Nahe-Region.

Jüdisches Leben in der Region – sichtbar und verletzlich

Wie sicher ist jüdisches Leben aktuell in der Rhein-Nahe-Region? Samuel Trampus beschreibt eine spürbare Verschärfung der Lage in den vergangenen Jahren. Viele jüdische Einrichtungen stehen unter Polizeischutz, Veranstaltungen müssen abgesichert werden, und persönliche Bedrohungen gehören für ihn persönlich zum Alltag. Dennoch betont er, wie wichtig Sichtbarkeit ist. Sich zu verstecken sei keine Lösung. Vielmehr gehe es darum, präsent zu sein, miteinander zu sprechen und Vorurteile abzubauen.

Jewish Help Zadaqah: Hilfe ohne Unterschiede

Jewish Help Zadaqah unterstützt Menschen unabhängig von Religion oder Herkunft. Die Organisation hilft unter anderem mit Lebensmitteln, Transporten, Pflegeleistungen und bei Behördengängen. Besonders viele Geflüchtete, etwa aus der Ukraine, erhalten hier ganz praktische Unterstützung. „Wir machen keinen Unterschied“, betont Trampus.

Begegnung statt Isolation

Ein zentrales Projekt entsteht aktuell in Ingelheim: eine Begegnungsstätte bei der Waldeck, die Raum für Austausch schaffen soll. Dort sollen jüdische Feste gefeiert werden, aber auch offene Treffen für alle Interessierten stattfinden – egal ob jüdisch, christlich, muslimisch oder konfessionslos. Das Ziel ist klar: Dialog statt Abgrenzung. Gerade junge Menschen sollen lernen, miteinander zu leben, einander zu respektieren und Geschichte nicht zu vergessen, so Trampus. Das komplette Gespräch gibt es im Nahe Dran Podcast zum Nachhören:

Geschrieben von: Patrick Berger