Antenne Bad Kreuznach
Fotos: Landesmuseum Mainz
Im Landesmuseum Mainz ist die Ausstellung Shalom am Rhein eröffnet worden. Sie widmet sich 1000 Jahren jüdischem Leben in Rheinland-Pfalz und spannt einen Bogen vom Mittelalter bis heute. Ministerpräsident Alexander Schweitzer eröffnete die Schau im Beisein zahlreicher Gäste. Die Ausstellung rückt jüdisches Leben als festen Bestandteil der Landesgeschichte in den Mittelpunkt und beleuchtet zugleich Brüche und Neuanfänge.
Ausgangspunkt ist das jüdische Erbe der SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz. Deren Bedeutung für das europäische Judentum prägt den historischen Rahmen der Ausstellung und bildet einen roten Faden.
„Shalom am Rhein“ und das Erbe der SchUM-Städte
Die SchUM-Städte entwickelten sich im Mittelalter zu geistigen Zentren nördlich der Alpen. Synagogen, Mikwen und Friedhöfe zeugen bis heute von dieser Zeit. Die Ausstellung zeigt, wie jüdische Gelehrte, Gemeinden und Traditionen Europa beeinflussten. Gleichzeitig macht sie Verfolgung, Zerstörung und Ausgrenzung sichtbar, die diese Geschichte ebenfalls prägen.
„Die Eröffnung der neuen Ausstellung im Jahr des fünfjährigen UNESCO-Jubiläums von SchUM ist ein starkes und sichtbares Zeichen für die Bedeutung des jüdischen Erbes in Rheinland-Pfalz. Sie unterstreicht den gemeinsamen Anspruch des Landes, dieses einzigartige religiöse, kulturelle und intellektuelle Erbe dauerhaft zu vermitteln und zu bewahren. Die Entwicklungen in den SchUM-Gemeinden haben das europäische Judentum nachhaltig geprägt und sind ein identitätsstiftender Teil unserer Landesgeschichte. Der bewusste Blick auf diese Geschichte – mit ihren hellen wie auch dunklen Kapiteln – stärkt unsere Haltung für die Zukunft und verpflichtet uns, jeder Form von Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“, sagte Ministerpräsident Alexander Schweitzer.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Landjudentum seit der frühen Neuzeit. Vertreibungen aus Städten führten dazu, dass sich jüdische Gemeinden in Dörfern ansiedelten. Entlang von Rhein, Mosel, Nahe und Saar prägten jüdische Familien das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben. Dies geschah trotz hoher Schutzgelder, Einschränkungen und zahlreicher Berufsverbote.
Die Ausstellung verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Teilhabe und Gewalt. Nähe zur Mehrheitsgesellschaft bestand, doch sie blieb oft fragil und bedroht.
Auf mehr als 400 Quadratmetern verbindet die Ausstellung „Shalom am Rhein“ Objekte, Biografien und historische Orte. Die Ausstellung ist als dauerhafter Bestandteil des Museumsangebots konzipiert. Parallel dazu ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant. Vorgesehen sind Vorträge, Lesungen, Führungen und Workshops für Schulklassen.
Die Anerkennung der SchUM-Stätten als UNESCO-Welterbe jährt sich 2026 zum fünften Mal. Die Ausstellung ist Teil der landesweiten Vermittlungsarbeit zu diesem Erbe.
WAS / WO / WANN
Was: Ausstellung „Shalom am Rhein. 1000 Jahre Judentum in Rheinland-Pfalz“
Wo: Landesmuseum Mainz
Wann: ab 15. Januar 2026
Geschrieben von: L. Winterfeld
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