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Nahe Dran

Nahe Dran: Nahewein-Majestät Torben Hammerle

Nahe Dran: Nahewein-Majestät Torben Hammerle
Bild: Antenne Bad Kreuznach

Torben Hammerle aus Sponheim ist die neue Nahewein-Majestät. Der Architekt wird das Weinbaugebiet für ein Jahr bei Weinfesten, Weinmessen und weiteren Veranstaltungen vertreten. Sein Amtsjahr stellt er unter das Leitmotiv „Das Nahe-Gefühl“. In unserem Talk aus der Region „Nahe Dran“ sprach Hammerle über das neue Auswahlverfahren, seine Verbundenheit mit der Region und die Ziele seiner Amtszeit.

Wahl bereits am 8. Oktober

Die Fachjury hatte Torben Hammerle bereits am 8. Oktober 2026 ausgewählt. Die Entscheidung wurde jedoch erst am Freitagabend bei einem festlichen Vorstellungsabend öffentlich bekannt gegeben. Damit war die Wahl erstmals deutlich von der öffentlichen Präsentation getrennt. Bei dem neuen Konzept steht nach Angaben Hammerles stärker die Persönlichkeit im Mittelpunkt. Im Auswahlverfahren musste er neben Fachwissen über Wein auch seine kommunikativen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Dazu gehörte unter anderem die Produktion eines kurzen Videos für soziale Netzwerke. Als er schließlich vor den Gästen auf die Bühne gerufen wurde, sei der Moment zunächst überwältigend gewesen. Die Anspannung habe sich aber schnell in große Freude über das bevorstehende Amtsjahr verwandelt.

Neutrale Amtsbezeichnung statt Königin oder König

Mit der Bezeichnung „Nahewein-Majestät“ soll das Amt unabhängig vom Geschlecht der jeweiligen Person geführt werden. Eine Nahweinkönigin, einen Nahweinkönig, -Prinzessinnen oder -Prinzen gibt es im neuen Modell nicht. Hammerle wird die Region in diesem Amtsjahr allein repräsentieren. Im Mittelpunkt sollen dabei nicht sein Geschlecht oder seine eigene Person, sondern die Nahe, ihre Menschen und ihre Weine stehen. Im vergangenen Jahr hatte es keine Bewerbungen für das Amt gegeben. Ehemalige Nahewein-Majestäten übernahmen deshalb zahlreiche Repräsentationstermine. Beim Vorstellungsabend wurde ihnen für diesen Einsatz gedankt. Nach Hammerles Schätzung nahmen etwa 20 bis 30 frühere Majestäten an der Veranstaltung teil.

In Sponheim mit dem Wein aufgewachsen

Torben Hammerle stammt aus Sponheim. Bereits als Kind begleitete er seine Großmutter bei Arbeiten während der Weinlese. Sie kam aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und vermittelte ihm früh die Freude am Weinbau. Seit mehreren Jahren ist Hammerle außerdem mit dem Weingut Höhn in Langenlonsheim verbunden und hilft dort gelegentlich mit. Deshalb findet dort am Donnerstag auch sein offizieller Empfang statt. Beruflich ist die neue Nahewein-Majestät kein Winzer, sondern Architekt. Nach seinem Architekturstudium arbeitet Hammerle in der Projektsteuerung und Projektentwicklung. Seine Freude am Kontakt mit Menschen, am Ausschenken und am Austausch über Wein habe jedoch gut zu dem repräsentativen Amt gepasst.

Idee entstand bei einer Weinwanderung

Der Entschluss zur Bewerbung entstand bei einer Weinwanderung mit Freunden. In der Gruppe wurde darüber gesprochen, dass das Amt zuletzt unbesetzt geblieben war und ein neues Konzept entwickelt wurde. Hammerle beschäftigte sich daraufhin näher mit der Ausschreibung und reichte seine Bewerbung bei Weinland Nahe ein. Nach einem Vorabgespräch folgte die Vorstellung vor der Fachjury. Seine Aufgabe versteht er nicht als persönliche Selbstdarstellung. Er wolle vielmehr die Menschen vertreten, die an der Nahe leben und die Region prägen. Deshalb lädt er ausdrücklich dazu ein, ihn bei seinen Terminen anzusprechen und eigene Gedanken und Anregungen mit ihm zu teilen.

Erste Termine bereits in den nächsten Tagen

Das Amtsjahr beginnt unmittelbar nach der Bekanntgabe mit zahlreichen Terminen. Nach dem ersten Radiointerview folgt der offizielle Empfang im Weingut Höhn in Langenlonsheim. Am kommenden Wochenende stehen laut Hammerles unter anderem die Vorstellung von Prädikatsweinen und eine Prämierungsveranstaltung der Landwirtschaftskammer auf dem Programm. Im Verlauf des Jahres wird er auf Weinfesten und Weinmessen auftreten. Zu den traditionellen überregionalen Terminen gehört auch die Grüne Woche in Berlin. Darüber hinaus möchte Hammerle für Weinproben und andere Formate innerhalb und außerhalb der Nahe-Region zur Verfügung stehen. Auch Auftritte im übrigen Deutschland oder im Ausland kann er sich vorstellen, wenn dort Weine von der Nahe präsentiert werden.

„Das Nahe-Gefühl“ als Leitmotiv

Sein Amtsjahr stellt Hammerle unter das Motto „Das Nahe-Gefühl“. Dahinter steht die Überzeugung, dass die Region nicht allein von Weinbergen, Landschaft und Geschichte geprägt wird. Entscheidend seien die Menschen, die dort leben und arbeiten. Dazu gehören für ihn die Winzer mit ihren individuellen Arbeitsweisen ebenso wie alle anderen Einwohner. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten führten zu einer großen Vielfalt der Weine und bildeten gemeinsam ein besonderes Lebensgefühl. Weinfeste, Gastfreundschaft, Geselligkeit und gemeinsame Erlebnisse sind für Hammerle wichtige Bestandteile dieses Gefühls. Wein lebe nicht nur von der Arbeit im Weinberg, sondern auch von den Menschen, die ihn gemeinsam genießen.

Vielfalt der Böden prägt den Nahewein

Als Besonderheit des Weinbaugebiets hebt Hammerle die große Vielfalt der Böden hervor. Diese beeinflusse den Geschmack und ermögliche eine besonders breite Auswahl unterschiedlicher Weine. Dadurch könnten Weinfreunde mit unterschiedlichen Vorlieben an der Nahe das passende Angebot finden. Diese Vielfalt unterscheide das Gebiet von anderen Weinregionen und müsse stärker nach außen getragen werden. Auch landschaftlich möchte Hammerle die gesamte Nahe und nicht nur einzelne Orte hervorheben. Beispielhaft nennt er den Blick vom Lemberg in Richtung Oberhausen und Niederhausen. Dort seien Weinberge, Wälder, das Nahetal und die Weindörfer gemeinsam zu erleben.

Blicke hinter die Kulissen über soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sollen während des Amtsjahres eine wichtige Rolle spielen. Hammerle möchte dort nicht nur seine öffentlichen Termine begleiten, sondern auch Einblicke hinter die Kulissen geben. Interessierte können das Amtsjahr über den Instagram-Auftritt „@naheweinmajestaeten“ sowie über die Kanäle von Weinland Nahe verfolgen. Dort werden auch Veranstaltungen der Weingüter sowie weitere Termine des Weinbaugebiets angekündigt. Am Ende seiner Amtszeit möchte Hammerle dazu beigetragen haben, dass die Nahe überregional bekannter wird und die Menschen vor Ort stärker wahrnehmen, welche besondere Region sie unmittelbar vor ihrer Haustür haben.

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