Viele Menschen haben irgendwann einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Wenn tatsächlich ein Notfall eintritt, sorgen Aufregung und fehlende Routine jedoch häufig dafür, dass selbst grundlegendes Wissen nicht mehr sicher abrufbar ist. Genau dort setzt das neue Angebot „Notfalltraining A–Z“ an. Gegründet wurde es von Ferit Akbel aus Winzenheim und Maximilian Zahn aus Fürfeld. Beide arbeiten im Rettungsdienst und erleben regelmäßig, wie Unsicherheit oder fehlendes Wissen die Hilfe in Notfallsituationen erschweren können.
Sicherheit durch Wissen und praktische Übungen
Die Trainings sollen den Teilnehmern einen klaren Ablauf vermitteln, an dem sie sich in einer Ausnahmesituation orientieren können. Dadurch sollen sie ruhiger bleiben, einen Notfall besser einschätzen und die notwendigen ersten Maßnahmen einleiten können. Im Mittelpunkt stehen nicht nur theoretische Abläufe. Die Teilnehmer üben unter anderem die stabile Seitenlage und die Wiederbelebung. Hinzu kommen realistische Fallbeispiele sowie strukturierte Untersuchungen an anderen Teilnehmern oder Trainingspuppen. Die Inhalte können an die jeweilige Einrichtung, die Vorkenntnisse der Gruppe und gewünschte Schwerpunkte angepasst werden.
Besonderer Schwerpunkt auf Pflegeeinrichtungen
Das Angebot richtet sich grundsätzlich an die gesamte Bevölkerung. Einen besonderen Schwerpunkt legen Akbel und Zahn jedoch auf Pflegeeinrichtungen, da deren Mitarbeiter häufiger mit medizinischen Notfällen konfrontiert werden. Mögliche Situationen reichen von Austrocknung und Stürzen über Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt und Schlaganfall bis zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Pflegekräfte sollen lernen, den Zustand eines Patienten strukturiert einzuschätzen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Dazu gehört auch die Entscheidung, ob ein Notarzt oder Rettungswagen benötigt wird oder ob beispielsweise die Betreuung durch einen Hausarzt ausreicht.
Kommunikation als wichtiger Teil der Rettungskette
Eine besondere Rolle spielt die Kommunikation. Nach Erfahrung der beiden Trainer können bei der Weitergabe von Informationen Fehler entstehen, die den weiteren Einsatz erschweren. Die Teilnehmer sollen deshalb lernen, einen Notruf sicher abzusetzen, wichtige Beobachtungen verständlich weiterzugeben und innerhalb einer Gruppe klare Aufgaben zu verteilen. Während eine Person beispielsweise den Notruf wählt, kann eine andere bereits mit der Wiederbelebung beginnen. Niemand müsse Angst vor einem Notruf haben. Die Mitarbeiter der Leitstellen seien dafür ausgebildet, die notwendigen Informationen systematisch abzufragen. Bei einem Notruf mit einem Mobiltelefon könne außerdem der Standort sehr genau übermittelt werden.
Strukturierte Untersuchung nach Buchstaben
Für die Untersuchung von Patienten vermitteln die Trainer ein Schema, das auch im Rettungsdienst eingesetzt wird. Dabei werden mögliche lebensbedrohliche Probleme in einer festgelegten Reihenfolge gesucht und behandelt. Nach der Kontrolle auf kritische Blutungen folgen die Atemwege, die Atmung, der Kreislauf und die neurologische Situation. Abschließend werden weitere Untersuchungen vorgenommen, beispielsweise eine Temperaturmessung. Vor jeder Hilfe steht allerdings der Eigenschutz. Wer sich selbst in Gefahr bringt, kann nach Einschätzung der Trainer auch dem Betroffenen nicht mehr sicher helfen.
Auch Kinder können bereits Leben retten
Notfalltraining A–Z bietet Kurse auch in Kindergärten und Schulen sowie bei Sportvereinen an. Die Inhalte werden an das Alter und die jeweiligen Bedürfnisse angepasst. Schon Kinder könnten lernen, eine Notlage zu erkennen, den Notruf zu wählen und die Rettungskette in Gang zu setzen. Auch die stabile Seitenlage sei mit der richtigen Technik ohne großen Kraftaufwand möglich. Das Ziel sei, Grundlagen möglichst früh zu vermitteln und Hemmungen abzubauen. Nach Überzeugung der beiden Trainer kann jeder Mensch zum Lebensretter werden.
Kurse für zehn bis 30 Teilnehmer
Die Trainings finden überwiegend direkt in der jeweiligen Einrichtung statt. Bei Bedarf stehen auch eigene Schulungsräume zur Verfügung. Das notwendige Übungsmaterial bringen die Trainer mit. Die Gruppen umfassen in der Regel zwischen zehn und 30 Teilnehmer. Preise und Inhalte werden individuell vereinbart und richten sich unter anderem nach Gruppengröße, Trainingsumfang, Anfahrt und verfügbaren Räumen. Akbel und Zahn sind vor allem in der Nahe-Region unterwegs, bieten ihre Kurse aber auch darüber hinaus an. Schulungen führten sie bereits im Saarland, in Bayern, im Hunsrück und an der Mosel durch. Anfragen sind über die Internetseite notfalltraining-a-z.de, per E-Mail, telefonisch oder über Instagram möglich.



