Antenne Bad Kreuznach
today18. Dezember 2025
Sie stellten die Ausstellung „vom Holocaust auf die Weltbühne“ vor: Michael Pohl (v.l.), Emanuel Letz, Django H. Reinhardt, Robert Steinbach, Christine Sinß, Peter Loritz und Grit Gigga (Foto: Hansjörg Rehbein)
Die Ausstellung „Vom Holocaust auf die Weltbühne“ kommt nach ihrer Premiere in Koblenz ins Haus des Gastes nach Bad Kreuznach. Sie widmet sich den Lebensgeschichten bedeutender Sinti-Musiker und ihrer Familien – von den Wurzeln im 19. Jahrhundert über die Verfolgung im Nationalsozialismus bis hin zur internationalen Anerkennung ihrer Musik.
Bei der Eröffnung am Sonntag, dem 18. Januar, erwartet die Besucher eine große Eröffnung. Dabei stehen erstmals die Söhne und Enkel des Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts gemeinsam auf der Bühne. Die Musiker gehörten zu den bedeutendsten Sinti-Musikern des 20. Jahrhunderts.
Gezeigt werden soll die zeitliche, kulturhistorische und gesellschaftliche Relevanz der Minderheit der Sinti und Roma in Rheinland-Pfalz am Beispiel der zu Weltruhm gelangten Musikern des Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts. Die Ausstellungsstücke stammen aus privatem Besitz, Ausschnitten der Europatourneen und Musik.
Dass Bad Kreuznach als zweiter Ausstellungsort gewählt wurde, ist kein Zufall. Seit Januar 2024 betreibt der Landesrat Deutscher Sinti und Roma hier ein Beratungsbüro in der Neustadt. Heute leben mehr als 200 Sinti und Roma in der Stadt. Der Vorsitzende des Landesrates, Django H. Reinhardt, betonte die enge Verbundenheit bei einem Benefizkonzert im Kurhaus, dessen Erlös von über 10.000 Euro dem Kinderschutzbund zugutekam.
„Das Schnuckenack-Reinhardt-Quintett hat mit seiner Musik eine Brücke in die Gesellschaft gebaut“, sagte Django Reinhardt. Trotz aller Erfolge habe Diskriminierung jedoch auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aufgehört. Oberbürgermeister Emanuel Letz äußerte die Hoffnung, dass die Ausstellung dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz von Sinti und Roma weiter zu fördern.
Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Emanuel Letz hofft, dass die Ausstellung dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz von Sinti und Roma zu stärken. Die Ausstellung läuft bis zum 27. Februar 2026 im Haus des Gastes in Bad Kreuznach.
Geschrieben von: Maximilian Wischermann
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