Bad Kreuznach

Westnetz entfernt einzelne Storchennester an Hochspannungsmasten

today14. Januar 2026

Hintergrund
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In den Landkreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen beginnt Westnetz derzeit mit der genehmigten Entfernung einzelner Storchennester auf Hochspannungsmasten. Zusätzlich installiert der Verteilnetzbetreiber sogenannte Vergrämungsmaßnahmen. Hintergrund ist die Sicherheit von Menschen, Tieren und der Stromversorgung, da sich auf zahlreichen Masten Weißstörche angesiedelt hatten.

Sicherheit von Mensch und Tier im Fokus

Nach Angaben von Westnetz beeinträchtigen Nester und Nistmaterial auf Masttraversen oder Isolatoren den sicheren Betrieb der Hochspannungsleitungen. Äste und Zweige verringern notwendige Schutzabstände und erhöhen das Risiko von Erd- oder Kurzschlüssen. Besonders kritisch ist dabei das Brüten auf Stahlkonstruktionen, da Jungstörche sich später an ähnlichen Strukturen orientieren und nicht zwischen sicheren und gefährlichen Masten unterscheiden.

Marc Giesen, Leiter Betrieb Hochspannungsfreileitung bei Westnetz, betont:
„Der Schutz von Menschen, Tieren und Natur hat für uns höchste Priorität. Unser Ziel ist es, Lösungen zu finden, die sowohl dem Artenschutz als auch der sicheren Stromversorgung gerecht werden.“

Ausnahmegenehmigung nach Bundesnaturschutzgesetz

Für die Maßnahmen erhielt Westnetz von der zuständigen Behörde eine befristete Ausnahmegenehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Diese erlaubt die Entfernung leerer Storchennester auf Hochspannungsmasten. Die Umsetzung erfolgt unter strengen naturschutzfachlichen Auflagen und in enger Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden.

Ein unabhängiger Fachberater für Natur- und Artenschutz begleitet die Arbeiten. Zudem informiert Westnetz die Behörden fristgerecht über Ablauf und Ergebnisse. Auch nach der Rückkehr der Störche aus den Winterquartieren beobachtet das Unternehmen das Verhalten der Storchenpaare weiter.

Langjähriges Engagement im Artenschutz

Westnetz engagiert sich nach eigenen Angaben seit vielen Jahren im Artenschutz. Bereits vor mehreren Jahren installierte das Unternehmen im Raum Bad Kreuznach spezielle Vogelschutzmarkierungen an Freileitungen, um das Kollisionsrisiko für Vögel deutlich zu senken.

Darüber hinaus beteiligt sich Westnetz seit Jahren am Beringen von Störchen. Die gewonnenen Daten liefern wichtige Erkenntnisse über Zugrouten, Aufenthaltsorte und Überwinterungsgebiete der Tiere. Diese Informationen tragen dazu bei, künftige Schutzmaßnahmen gezielt weiterzuentwickeln.

Geschrieben von: Geraldine Werner