Alzey-Worms

Georg-Neidlinger-Medaille verliehen

today15. Januar 2026

Hintergrund
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Lesedauer 2 Minuten

Zwei Lebenswerke im Dienst der Dorfgemeinschaft

Der Neujahrsempfang der Gemeinde Alzey-Weinheim stand ganz im Zeichen der Georg-Neidlinger-Medaille. Mit Stefanie Riedinger und Karl-Wilhelm Haupt wurden zwei Persönlichkeiten geehrt, die das Dorfleben über Jahrzehnte aktiv mitgestaltet haben. Beide stehen für kontinuierliches Ehrenamt, jedoch in sehr unterschiedlichen Bereichen.

Pfarrer Kai Wornath würdigte Stefanie Riedinger als eine Frau, „die seit Jahrzehnten mit Herz, Fachkompetenz und großer Ausdauer Bildung, Gemeinschaft und gelebten Glauben miteinander verbindet“. Gleichzeitig blickte die Gemeinde auf das Wirken von Karl-Wilhelm Haupt, dessen Engagement eng mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Förderverein verbunden ist.

Stefanie Riedinger und die Kraft der Bildung

Stefanie Riedinger wuchs in Rheinland-Pfalz und dem Saarland auf und engagierte sich schon früh in der katholischen Jugendarbeit. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Soziales Jahr im Kinderkurheim auf dem Donnersberg und studierte anschließend Sozialarbeit an der Katholischen Fachhochschule in Aachen. Prägend waren ihre Schwerpunkte Medienpädagogik und Gruppenarbeit.

Nach beruflichen Stationen unter anderem in Mainz, Saulheim und Kaltenkirchen zog sie 1990 nach Alzey und ein Jahr später nach Weinheim. Dort fand sie über Nachbarschaft, Kirchengemeinde und Vereine schnell Anschluss. 2002 übernahm sie die Leitung der katholischen öffentlichen Bücherei und baute diese konsequent aus.

Unter ihrer Verantwortung wuchs der Medienbestand von rund 1.000 auf etwa 2.800 Einheiten. Sie organisierte die Finanzierung, gewann Sponsoren und koordinierte zeitweise bis zu zwölf Mitarbeitende. Bücherflohmärkte, Buchausstellungen mit Büchereicafé sowie der Lese- und Vorlesesommer tragen ihre Handschrift. Viele Kinder erinnern sich noch heute an ihre Vorlesestunden in Schulen, Kindergärten und im Haus St. Gallus.

Karl-Wilhelm Haupt und das Ehrenamt Feuerwehr

Mit der Georg-Neidlinger-Medaille wurde auch Karl-Wilhelm Haupt ausgezeichnet, ein langjähriges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und des Fördervereins. Seit 1973 ist er aktiver Feuerwehrmann und hat in unzähligen Einsätzen sowie nahezu 1.000 Übungen mitgewirkt.

In seiner Laudatio würdigte Wehrleiter Jürgen Mayer den Einsatz Haupts, der über den Einsatzdienst hinausgeht. Als erster Vorsitzender des Fördervereins prägte er diesen von der Gründung an. Monatliche Stammtische, Sommerfeste, Grillabende und weitere Veranstaltungen wurden von ihm organisiert oder im Hintergrund ermöglicht.

Dabei stand Karl-Wilhelm Haupt selten im Vordergrund. Er sorgte für Verpflegung, Getränke oder Veranstaltungsräume und schuf damit die Grundlage für gemeinschaftliches Dorfleben. In seiner Dankesrede betonte er, dass viele Projekte nur durch Unterstützer und Mitstreiter möglich gewesen seien.

Gemeinschaft als verbindendes Element

Beide Geehrten eint der Gedanke, dass Ehrenamt nur im Miteinander funktioniert. Stefanie Riedinger wirbt vor ihrem geplanten Rückzug aus der Büchereiarbeit dafür, Aufgaben auf viele Schultern zu verteilen. „Wenn viele mitmachen, wird es für keinen zu viel.“ Der Neujahrsempfang machte deutlich, wie sehr die Georg-Neidlinger-Medaille für gelebte Dorfgemeinschaft steht.

Geschrieben von: L. Winterfeld