Nahe Dran: Humusland

Geschrieben von Thorsten Subat

Mit dem Humusland in Obermoschel entsteht derzeit ein Landwirtschaftsprojekt, das weit über den klassischen Biohof hinausgeht. Ziel ist es, Böden wieder fruchtbarer zu machen, regionale Lebensmittel zu erzeugen und gleichzeitig die Nahversorgung in den umliegenden Dörfern zu verbessern. Im Gespräch mit Antenne Bad Kreuznach stellte Michael König das Konzept vor.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte regenerative Landwirtschaft. Dabei soll der Humusgehalt der Böden gezielt erhöht werden. Nach Angaben von König enthalten Deutschlands Ackerböden im Durchschnitt nur noch rund 1,7 Prozent Humus. Diese fruchtbare Schicht sei jedoch entscheidend für die langfristige Lebensmittelproduktion.

Mit der Natur statt gegen sie arbeiten

Humusland setzt deshalb auf natürliche Kreisläufe. Bodenlebewesen, Pilze und Pflanzen sollen den Humusaufbau fördern. Auf intensives Pflügen wird möglichst verzichtet, um das empfindliche Bodenleben nicht zu zerstören. Gleichzeitig baut der Betrieb saisonales Gemüse, Getreide sowie weitere Feldfrüchte an. Auch Wagyu-Rinder und Geflügel gehören zum Hof.

Für Michael König steht fest, dass nachhaltige Landwirtschaft nur funktioniert, wenn der Boden nicht ausgebeutet, sondern langfristig verbessert wird. Dieses Wissen möchte Humusland künftig auch an Schulklassen und Besucher weitergeben.

Mobiler Hofladen soll Versorgung verbessern

Ein wichtiger Baustein des Projekts startet in den kommenden Wochen. Ein mobiler Hofladen soll regelmäßig umliegende Orte anfahren, in denen es keine Lebensmittelgeschäfte mehr gibt. Zweimal pro Woche sollen frisches Gemüse sowie weitere Produkte des täglichen Bedarfs angeboten werden.

Für dieses Angebot sucht Humusland derzeit noch eine Fahrerin oder einen Fahrer. Neben einem Führerschein wünschen sich die Verantwortlichen vor allem Freude am Umgang mit Menschen und frischen Lebensmitteln. Auch beim Anhängerführerschein will der Betrieb Interessierte bei Bedarf unterstützen.

Eigene Gemüsebeete zum Mitmachen

Ab dem kommenden Jahr sollen außerdem sogenannte Mietgärten entstehen. Auf vorbereiteten Parzellen können Familien, Hobbygärtner oder Senioren ihr eigenes Gemüse anbauen. Rund 15 verschiedene Gemüsesorten werden dafür bereits angepflanzt. Die Bewässerung übernimmt der Betrieb. Die Pächter kümmern sich anschließend um Pflege und Ernte.

Langfristig soll Humusland zu einem Begegnungsort werden. Geplant sind unter anderem ein Café, Hofführungen und Angebote für Schulklassen. Weitere Informationen gibt es unter www.humusland.de.

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