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Neuer Hochwasser-Check: Jetzt Risiko fürs eigene Haus prüfen

HochwasserRisiko Check Rheinland-Pfalz
Bild: KI unterstützt

Hausbesitzer und Mieter in der Rhein-Nahe-Region können ab sofort kostenlos prüfen, wie stark ihre Adresse durch Hochwasser oder eine Sturzflut nach Starkregen gefährdet sein könnte. Rheinland-Pfalz hat dafür den neuen HochwasserRisiko-Check freigeschaltet. Das Angebot liefert nicht nur eine erste Risikostufe, sondern schlägt anschließend passende Vorsorgemaßnahmen vor.

Adresse eingeben und Wohnsituation beschreiben

Zum Start wird die eigene Adresse ausgewählt. Das System verbindet amtliche Flusshochwasser- und Sturzflutkarten mit Gebäudedaten. Danach folgt ein Fragebogen zur persönlichen Wohnsituation. Dabei unterscheidet das Angebot unter anderem zwischen Eigentümern und Mietern.

Aus den Angaben erstellt die Anwendung Hinweise dazu, wie sich mögliche Schäden verringern lassen. Das kann etwa den Schutz von Türen und Kellerfenstern, Rückstausicherungen oder die Nutzung gefährdeter Räume betreffen. Das Land hat das Angebot gemeinsam mit dem HochwasserKompetenzCentrum entwickelt. Die Entwicklung dauerte nach Angaben des Umweltministeriums fast zwei Jahre und kostete rund 300.000 Euro.

Warum der Check für die Nahe-Region relevant ist

In Bad Kreuznach erinnert die Stadt auf ihrer Hochwasserschutzseite ausdrücklich an das Januarhochwasser 1995. Sie weist zugleich darauf hin, dass die Pegel an der Nahe und ihren Zuflüssen nach starkem Regen schnell steigen können. Für Vorbereitungen bleibt deshalb mitunter nur wenig Zeit. Der neue HochwasserRisiko-Check kann auch Gebäude erfassen, die nicht unmittelbar an einem Fluss stehen. Starkregen kann Wasser über Straßen, Hänge und Grundstücke leiten und in Senken aufstauen. Gerade für Hanglagen oder tiefer liegende Gebäude kann deshalb eine Prüfung sinnvoll sein.

Die Farben zeigen eine modellierte Gefahr

Die Auswertung arbeitet mit mehreren Gefahrenstufen. Grau steht für eine sehr geringe modellierte Gefahr. Über Gelb und Orange reicht die Skala bis Rot. Rot bedeutet, dass im berechneten Szenario mehr als eineinhalb Meter Wasser am Gebäude stehen könnten. Grundlage sind unter anderem Sturzflutkarten in einem Raster von einem mal einem Meter, Flusshochwasserkarten und digitale Gebäudemodelle. Bereits kleine Höhenunterschiede können dazu führen, dass zwei benachbarte Häuser unterschiedlich bewertet werden.

Kein Ersatz für Warnungen oder eine Prüfung vor Ort

Das Ergebnis ist keine Vorhersage für das nächste Unwetter. Es zeigt modellierte Szenarien und kann örtliche Besonderheiten nicht vollständig abbilden. Kleine Gewässer, verstopfte Durchlässe, einzelne Mauern oder private Schutzmaßnahmen können im Modell fehlen. Auch Kanalrückstau und Grundhochwasser werden nicht berücksichtigt. Wer eine hohe Gefahrenstufe erhält oder bereits Schäden erlebt hat, sollte deshalb zusätzlich eine Fachperson oder die eigene Kommune einbeziehen. Der HochwasserRisiko-Check warnt außerdem nicht vor einer aktuellen Gefahr. Bei Unwettern und steigenden Pegeln bleiben die Hochwasservorhersagezentrale, amtliche Wetterwarnungen sowie Warn-Apps wie NINA, KATWARN oder WarnWetter entscheidend.

Was Bewohner schon vorher prüfen können

Die Stadt Bad Kreuznach empfiehlt gefährdeten Haushalten unter anderem, Keller und andere bedrohte Räume rechtzeitig zu räumen, Strom in überflutungsgefährdeten Bereichen abzuschalten und Fahrzeuge an einen sicheren Ort zu bringen. Auch eine funktionierende Notfallausrüstung und ein Blick auf den Versicherungsschutz gehören zur Vorsorge. Der neue Check kann dafür einen ersten, adressbezogenen Ausgangspunkt liefern. Eine angezeigte geringe Gefahr ist jedoch keine Garantie dafür, dass ein Gebäude bei einem außergewöhnlichen Ereignis verschont bleibt.

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