Birkenfeld

Wolfspräventionsraum Hunsrück wird erweitert

today16. Januar 2026

Hintergrund
Anzeige
Lesedauer 2 Minuten

Temporäre Erweiterung des Wolfspräventionsraums Hunsrück

Der Wolfspräventionsraum Hunsrück wird vorübergehend nach Osten ausgeweitet, weil neue Wolfsnachweise vorliegen und Schutzmaßnahmen unterstützt werden sollen. Grundlage ist der erneute Nachweis des Wolfsrüden GW4433m am 22. November 2025 bei Deimberg im Landkreis Kusel. Das Tier war zuvor über Monate hinweg nicht mehr eindeutig dokumentiert worden, jedoch lagen weitere genetische Spuren aus der Region vor.

Die ausgewerteten Proben weisen den in Deutschland seltenen Haplotyp HW22 auf, der dem Wolf GW4433m zugeordnet wird. Fachstellen gehen deshalb von einer längerfristigen Anwesenheit in der Region aus. Mehrere Nachweise lagen zudem nahe an der bisherigen Grenze des Präventionsgebiets.

Wolfspräventionsraum Hunsrück: Gründe für die Ausweitung

Nach Angaben des Koordinationszentrums Luchs und Wolf reicht die bekannte Bewegungszone des Wolfs bis in den Raum Bad Sobernheim. Diese Nachweise stammen aus der ersten Jahreshälfte 2025 und liegen außerhalb des bisherigen Präventionsraums. Hinzu kommt die Nähe zur natürlichen Grenze durch den Fluss Glan und die Bundesstraße B420.

Auf dieser Grundlage sieht der geltende Managementplan eine Erweiterung des Wolfspräventionsraums Hunsrück um einen Radius von 30 Kilometern vor. Ziel ist es, Weidetierhalter im potenziellen Lebensraum des Wolfs frühzeitig zu unterstützen und förderfähige Herdenschutzmaßnahmen zu ermöglichen.

Neue Gebietsgrenzen und zeitlicher Rahmen

Die Erweiterung des Wolfspräventionsraums Hunsrück ist zunächst auf ein Jahr befristet. Die neue Ostgrenze verläuft ab Kirn entlang der Nahe bis Bad Münster am Stein-Ebernburg. Von dort folgt sie der B48 bis zur Anschlussstelle Winnweiler, anschließend der A63 bis Kaiserslautern und weiter der A6 bis zur Landesgrenze zum Saarland.

Bei der Abgrenzung wurden laut KLUWO bewusst markante Landschafts- und Verkehrselemente gewählt, die als Barrieren fungieren. Der aktuelle Kernlebensraum des Wolfs GW4433m liegt weiterhin im bisherigen Präventionsgebiet.

Der Wolf gilt nach dem Nachweis vom November 2025 als residentes Einzeltier in Rheinland-Pfalz. Zuvor war er zuletzt Anfang April 2025 an einem Nutztierriss oberhalb des Truppenübungsplatzes Baumholder dokumentiert worden. Das Tier stammt aus der Alpen-italienischen Population.

Förderung, Information und Meldungen

Mit der temporären Erweiterung des Wolfspräventionsraums Hunsrück können Weidetierhalter ab sofort Förderanträge für Präventionsmaßnahmen stellen. Parallel dazu sind zwei Online-Veranstaltungen zum Herdenschutz sowie ein Vor-Ort-Termin mit Demonstrationszäunen geplant.

Das KLUWO ruft dazu auf, Wolfsichtungen und andere Nachweise zu melden, um die Lage weiter bewerten zu können. Ergänzende Informationen zu Herdenschutz, Förderung und rechtlichen Fragen stehen im offiziellen Informationsangebot des Landes zur Verfügung.

Der Wolfspräventionsraum ist ein zentrales Instrument des Landes, um Konflikte zwischen Wolfsvorkommen und Weidetierhaltung frühzeitig abzufedern. Die zeitlich begrenzte Ausweisung erlaubt eine flexible Anpassung an aktuelle Nachweislagen.

Geschrieben von: L. Winterfeld