Antenne Bad Kreuznach
today28. April 2026
Symbolbild
Die Wasserpreise in Bad Kreuznach geraten zunehmend in den Fokus der Politik. In der kommenden Stadtratssitzung wird ein Gutachten zur Kalkulation vorgestellt – nachdem zuvor Zweifel an der Rechtmäßigkeit und Transparenz der Preise laut geworden sind.
Ausgangspunkt ist ein Antrag aus dem Stadtrat, der eine umfassende Überprüfung der Trinkwasserpreise angestoßen hat. Hintergrund ist vor allem das Preisniveau: Mit aktuell 2,80 Euro pro Kubikmeter liegt Bad Kreuznach im landesweiten Vergleich im oberen Bereich.
Ein Blick auf andere Kommunen in Rheinland-Pfalz zeigt: Viele Städte und Verbandsgemeinden verlangen deutlich weniger für Trinkwasser. Bad Kreuznach bewegt sich damit nahe an der Spitze – ein Umstand, der zunehmend kritisch gesehen wird.
Für die Bürgerinnen und Bürger ist das unmittelbar spürbar, denn Trinkwasser gehört zu den grundlegenden Lebenshaltungskosten. Gerade in Zeiten steigender Preise rückt die Frage in den Mittelpunkt, ob die Höhe der Gebühren gerechtfertigt ist.
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, wie sich der Preis konkret zusammensetzt. Kritiker bemängeln, dass bislang keine vollständige und nachvollziehbare Kalkulation vorgelegt worden sei.
Dabei gelten für die Wasserversorgung klare rechtliche Vorgaben: Als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge dürfen Preise nicht frei am Markt orientiert sein, sondern müssen sich an den tatsächlichen Kosten orientieren. Gewinne dürfen in diesem Bereich nicht im klassischen Sinne erzielt werden.
In dem Antrag wird deshalb die Auffassung vertreten, dass die derzeitige Preisgestaltung möglicherweise nicht allen gesetzlichen Anforderungen entspricht. In diesem Zusammenhang wird auch darauf hingewiesen, dass Bürger grundsätzlich die Möglichkeit hätten, gegen Preisfestsetzungen vorzugehen – sollte sich die Kalkulation als fehlerhaft erweisen.
Die Stadtwerke Bad Kreuznach weisen diese Kritik zurück. Nach ihrer Darstellung erfolgt die Preisermittlung nach einem bundesweit anerkannten Verfahren, das sich an den Leitlinien des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft orientiert.
Dieses Verfahren werde auch von Kartellbehörden als sachgerecht angesehen. Die Preisgestaltung sei daher nachvollziehbar und entspreche den gängigen Standards.
Unabhängig von der aktuellen Debatte sind die Wasserpreise zuletzt gestiegen. Zum Jahresbeginn 2026 wurde eine Erhöhung um rund 3,5 Prozent umgesetzt.
Als Gründe werden vor allem gestiegene Betriebskosten sowie notwendige Investitionen in die Infrastruktur genannt. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung von Leitungsnetzen und Anlagen. Auch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals spielt bei der Kalkulation eine Rolle.
Das nun vorliegende Gutachten soll genau diese Punkte prüfen und für mehr Transparenz sorgen. Es wird in der Sitzung vorgestellt und dürfte eine zentrale Grundlage für die weitere politische Diskussion bilden.
Ob sich daraus konkrete Konsequenzen für die Wasserpreise ergeben, ist derzeit noch offen. Klar ist jedoch: Das Thema wird den Stadtrat und die Öffentlichkeit in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.
Geschrieben von: Lena Winterfeld
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