Landkreis Bad Kreuznach erklärt Entscheidungen beim Waldbrand bei Traisen

Geschrieben von Daniel Schneider

Nach dem Waldbrand bei Traisen hat der Landkreis Bad Kreuznach die Entscheidungen der Einsatzleitung ausführlich erläutert. Hintergrund sind Fragen aus der Bevölkerung zu den Alarmstufen, der Evakuierung der Ortsgemeinde und den rechtlichen Grundlagen des Großeinsatzes. 

Wie die Kreisverwaltung mitteilt, basierten alle Maßnahmen auf dem Landesgesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (LBKG). Das Gesetz regelt, wann die Verantwortung von der Verbandsgemeinde auf den Landkreis übergeht.

Brand entwickelte sich zur Großschadenslage

Zunächst übernahmen die Feuerwehren der Verbandsgemeinde Rüdesheim den Einsatz. Wegen des steilen Geländes am Rotenfels zeichnete sich jedoch schnell ab, dass weitere Kräfte benötigt werden.

Als es im Brandgebiet zu Explosionen kam, wurde der Kampfmittelräumdienst hinzugezogen. Dieser stellte fest, dass sich das Feuer in einem Bereich mit Kampfmittelbelastung ausbreitete. Der direkte Löschangriff musste deshalb zeitweise eingestellt werden, um die Einsatzkräfte nicht zu gefährden.

Aufgrund der Kampfmittelgefahr, der Ausdehnung des Brandes und der Betroffenheit mehrerer Gemeinden stufte der Landkreis die Lage auf Alarmstufe 4 hoch. Damit übernahm die Technische Einsatzleitung des Landkreises die Koordinierung des Einsatzes.

Evakuierung erfolgte schrittweise

In der Nacht zum 28. Juni ordnete die Einsatzleitung zunächst die Evakuierung eines Teils von Traisen an. Grundlage war die Bewertung des Kampfmittelräumdienstes. Wenige Stunden später folgte die vollständige Evakuierung der Ortsgemeinde, weil sich der Brand weiter ausbreitete und die Entwicklung nicht sicher vorhersehbar war.

Nach Angaben des Landkreises stand dabei das Vorsorgeprinzip im Mittelpunkt. Solange eine Gefahr durch Kampfmittel nicht sicher ausgeschlossen werden könne, habe der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität.

Rückkehr nach gemeinsamer Entscheidung

Die Evakuierung wurde am Abend des 29. Juni wieder aufgehoben. Der Kampfmittelräumdienst hatte zuvor bestätigt, dass der Bereich mit der höchsten Munitionsbelastung seit mehr als 24 Stunden ausgebrannt und deutlich abgekühlt war.

Der Landkreis betont, dass sämtliche Entscheidungen während des Waldbrandes bei Traisen gemeinsam von der Einsatzleitung, dem Kampfmittelräumdienst und den beteiligten Fachbehörden getroffen wurden. Die zuständigen Behörden wollen sich nun weiter mit der Kampfmittelbelastung am Rotenfels befassen und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren.