Nahe Dran: @Fire

Geschrieben von Thorsten Subat

Der Waldbrand bei Traisen hat gezeigt, wie anspruchsvoll Vegetationsbrände sein können. Neben Feuerwehren aus der Region unterstützten auch Spezialisten der internationalen Hilfsorganisation @Fire den Einsatz. Im Gespräch mit Antenne Bad Kreuznach erläuterte Christopher Benkert, warum sich ein Waldbrand nicht mit einem gewöhnlichen Gebäudebrand vergleichen lässt und weshalb der Einsatz am Rotenfels besondere Herausforderungen mit sich brachte.

Feuer lässt sich nicht immer direkt angreifen

Nach Angaben von Benkert bestimmt bei Vegetationsbränden nicht nur das Feuer den Einsatz. Auch Wind, Gelände, Trockenheit und die vorhandene Vegetation beeinflussen die Ausbreitung. Deshalb analysieren die Einsatzkräfte ständig die Entwicklung des Brandes und passen ihre Taktik an.

Am Rotenfels erschwerte zusätzlich die bekannte Kampfmittelbelastung die Löscharbeiten. Weil im Brandgebiet Munition aus dem Zweiten Weltkrieg lag, konnten die Einsatzkräfte viele Bereiche nicht direkt betreten. Stattdessen errichteten sie Brandschneisen, setzten Kreisregner zur Befeuchtung der Vegetation ein und verhinderten so eine weitere Ausbreitung des Feuers.

Internationale Erfahrung hilft vor Ort

@Fire entstand 2002. Heute engagieren sich die Mitglieder weltweit bei Naturkatastrophen und Großschadenslagen wie kürzlich dem Erdbeben in Venezuela. Gleichzeitig bildet die Organisation Feuerwehren im Umgang mit Vegetationsbränden aus und entwickelt gemeinsam mit Behörden moderne Einsatzkonzepte.

Diese Erfahrungen flossen auch in den Einsatz bei Traisen ein. Ziel war es, das Feuer möglichst sicher einzudämmen und gleichzeitig die Einsatzkräfte zu schützen.

Ausbildung wird immer wichtiger

Christopher Benkert geht davon aus, dass Feuerwehren in Deutschland künftig häufiger mit Vegetationsbränden konfrontiert werden. Längere Trockenperioden und hohe Temperaturen erhöhen das Risiko deutlich. Deshalb gewinnen spezielle Ausbildungen und angepasste Einsatztaktiken zunehmend an Bedeutung.

Dazu gehören nicht nur neue Löschverfahren, sondern auch die richtige Einschätzung von Wetter, Windrichtung und Gelände. Nur wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden, können Einsatzkräfte Brände sicher bekämpfen.

Ehrenamt mit internationaler Verantwortung

Die Mitglieder von @Fire arbeiten ehrenamtlich und kommen aus Feuerwehren sowie Hilfsorganisationen. Sie bringen ihre Erfahrungen aus internationalen Einsätzen nach Deutschland und unterstützen gleichzeitig Feuerwehren bei Ausbildung und Beratung. Der Einsatz am Rotenfels zeigte, wie wertvoll dieses Spezialwissen auch bei Großlagen in der Region sein kann.