Nahe Dran: ASB Krisenvorsorgekurse

Geschrieben von Geraldine Werner

Wie gut sind wir eigentlich auf einen längeren Stromausfall, Hochwasser oder eine kurzfristige Evakuierung vorbereitet? Genau darum geht es in neuen Krisenvorsorgekursen des Arbeiter-Samariter-Bundes Bad Kreuznach. Die ersten Angebote sollen im Oktober starten.

Im Gespräch mit Antenne Bad Kreuznach hat Florian Klamt, Leiter der Breitenausbildung beim ASB, erklärt, worauf es im Ernstfall ankommt und wie sich Privatpersonen, Vereine und Unternehmen vorbereiten können.

Vorbereitung auf verschiedene Krisenlagen

Bei den Kursen geht es nicht nur um Stromausfälle. Auch Extremwetter, Hochwasser, Wald- und Vegetationsbrände oder andere größere Schadenslagen spielen eine Rolle.

Ziel ist es, Menschen handlungsfähig zu machen. Denn in größeren Krisen kann es passieren, dass Feuerwehr, Rettungsdienst oder andere Einsatzkräfte nicht so schnell helfen können wie im normalen Alltag.

Vorräte für mehrere Tage

Der ASB empfiehlt, sich so vorzubereiten, dass man sich im Idealfall bis zu zehn Tage selbst versorgen kann. Dazu gehören vor allem Wasser und Lebensmittel.

Als Orientierung nennt Klamt zwei Liter Wasser pro Person und Tag. Außerdem sollten Lebensmittel gewählt werden, die auch ohne großen Aufwand und möglichst ohne Herd zubereitet werden können.

Wichtig sei allerdings, die Vorräte an die eigene Wohnsituation anzupassen. Wer nur wenig Platz hat, müsse andere Lösungen finden als eine Familie mit großem Keller.

Notfallrucksack für Evakuierungen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf kurzfristige Evakuierungen. Wenn innerhalb weniger Minuten die Wohnung verlassen werden muss, kann ein bereits gepackter Notfallrucksack helfen.

Darin sollten unter anderem wichtige Medikamente, Dokumente und Kleidung enthalten sein. Auch kleine Dinge können im Ernstfall nützlich sein, etwa Ohrstöpsel, wenn Betroffene vorübergehend in einer größeren Notunterkunft untergebracht werden.

In den Kursen bauen die Teilnehmer einen solchen Notfallrucksack auch praktisch zusammen.

Erste Hilfe wenn der Rettungsdienst später kommt

Auch Erste Hilfe gehört zur Krisenvorsorge. Dabei geht es um Situationen, in denen professionelle Hilfe möglicherweise deutlich später eintrifft.

Die Teilnehmer lernen deshalb auch, wie sie improvisieren können. So kann beispielsweise eine Schiene mit einfachen Alltagsgegenständen hergestellt werden. Auch Ersatzlösungen für fehlendes Verbandsmaterial werden thematisiert.

Sieben Module für unterschiedliche Zielgruppen

Das Angebot des ASB besteht aus insgesamt sieben Modulen. Diese richten sich an unterschiedliche Zielgruppen.

Es gibt unter anderem Angebote für Kinder, Privatpersonen, pflegende Angehörige, Pflegeeinrichtungen sowie Menschen mit Verantwortung in Unternehmen. Auch Menschen mit Migrationshintergrund werden gezielt angesprochen.

Die Module können einzeln gebucht oder miteinander kombiniert werden.

ASB kommt auch zu Vereinen und Unternehmen

Die Kurse müssen nicht zwingend in den Räumen des ASB stattfinden. Der Verband möchte die Angebote möglichst niedrigschwellig gestalten und kommt deshalb auch direkt zu Vereinen, Gemeinden oder Unternehmen.

Ein Modul zur Krisenvorsorge dauert beispielsweise rund zwei Stunden. Dadurch lässt sich das Angebot auch gut mit einem Vereinsabend oder einer anderen Veranstaltung verbinden.

Teilnahme ist kostenlos

Die ersten Krisenvorsorgekurse sollen im Oktober starten. Teilnehmen kann grundsätzlich jeder, der sich für das Thema interessiert.

Besonders wichtig: Die Kurse sind kostenlos.

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