Eine beeindruckende Wimbledon-Reise liegt hinter Emily Eigelsbach. Die 17-jährige Tennisspielerin aus Bad Kreuznach hat sich bis ins Viertelfinale des Juniorinnen-Wettbewerbs gekämpft. Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr aus England war sie zu Gast im Nahe-Dran-Radiotalk.
Emily Eigelsbach beendet Wimbledon-Reise
Mit dem Einzug unter die besten acht Juniorinnen feierte Emily Eigelsbach ihre bislang erfolgreichste Teilnahme am traditionsreichsten Tennisturnier der Welt. Eine besondere Verbindung zu Wimbledon hatte sie bereits seit ihrer Kindheit. Vor zehn Jahren besuchte sie gemeinsam mit ihren Eltern den All England Club im Rahmen einer Stadiontour und kündigte damals an, eines Tages als Spielerin zurückzukehren. Dieser Traum wurde nun Wirklichkeit.
Die ersten Momente auf dem Wimbledon-Rasen seien überwältigend gewesen. Sie habe den Applaus auf den großen Plätzen, die Zuschauer und sogar die Champagnerkorken wahrgenommen. Mit zunehmender Dauer der Matches habe jedoch die volle Konzentration auf das Spiel überwogen.
Wimbledon-Traum geht in Erfüllung
Mehrfach bewies sie große mentale Stärke und gewann Begegnungen nach verlorenem ersten Satz. Bereits in der ersten Runde überraschte sie mit einem 7:5- und 6:2-Erfolg gegen die an Position 16 gesetzte Inderin Maaya Rajeshwaran Revathi. Dabei wehrte sie im ersten Satz drei Satzbälle ab und erfüllte sich mit ihrem Start im Hauptfeld des Juniorinnen-Wettbewerbs einen langjährigen Traum.
Auch in der zweiten Runde zeigte die Bad Kreuznacherin ihre Kämpferqualitäten. Nach einem 1:6 im ersten Satz gegen die Lettin Adelina Lacinova kämpfte sie sich zurück und gewann die Partie mit 7:5 und 6:3. Dabei überzeugte sie unter anderem mit 32 direkten Gewinnschlägen, einer offensiven Spielweise und erfolgreichen Netzangriffen.
Im Achtelfinale gelang Emily Eigelsbach schließlich der bislang größte Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Gegen die an Nummer drei gesetzte Tschechin Jana Kovackova drehte sie erneut einen Satzrückstand und gewann nach 2 Stunden und 12 Minuten mit 4:6, 7:6 und 6:4. Damit zog sie erstmals ins Viertelfinale von Wimbledon ein und war zu diesem Zeitpunkt die letzte verbliebene deutsche Spielerin im gesamten Turnier.
Im Viertelfinale des Juniorinnen-Wettbewerbs musste sich Emily Eigelsbach dann der US-Amerikanerin Janae Preston mit 3:6 und 1:6 geschlagen geben. Auch wenn der Traum vom Halbfinale endete, setzte die 17-Jährige mit ihrem Viertelfinaleinzug einen bedeutenden Meilenstein in ihrer sportlichen Entwicklung.
Von Bad Kreuznach bis nach Wimbledon
Rückblickend beschrieb sie Wimbledon als ein unglaubliches Erlebnis. Besonders die Atmosphäre auf der Anlage und die Erinnerungen an ihre Spiele seien für sie unvergesslich. Wimbledon sei für sie das größte Tennisturnier überhaupt und zugleich jenes Turnier, mit dem ihre Begeisterung für den Tennissport begonnen habe.
Trotz der Niederlage im Viertelfinale überwögen für sie die positiven Erinnerungen. Zwar ärgere sie sich als Leistungssportlerin grundsätzlich über Niederlagen, dennoch sei ihr bewusst, wie besonders dieses Turnier gewesen sei. Aus Bad Kreuznach und der gesamten Region habe sie während des Turniers zahlreiche Glückwünsche erhalten. Viele Menschen hätten ihre Spiele im Livestream verfolgt und ihr anschließend Nachrichten geschickt.
Auch die Nähe zu den Profis bezeichnete sie als besonderes Erlebnis. Im Trainingsbereich, Fitnessraum und auf den Trainingsplätzen seien ihr zahlreiche Weltklassespieler begegnet, darunter auch Alexander Zverev.
Durch den Viertelfinaleinzug sicherte sich Emily Eigelsbach außerdem einen Startplatz bei den US Open. Vor dem Turnier in den USA wird sie beim WTA-Turnier in Hamburg als Trainingspartnerin dabei sein.



