Quartalsergebnis: BioNTech steigert Umsatz und setzt auf Krebsforschung

Geschrieben von Lena Winterfeld

Starkes drittes Quartal bei BioNTech und klare Strategie

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech hat seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2025 vorgestellt. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grund dafür sind Einnahmen aus der Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb (BMS).

Unterm Strich verzeichnet BioNTech allerdings einen leichten Verlust von 28,7 Millionen Euro. Im Vergleich zum Gewinn des Vorjahresquartals (198 Millionen Euro) ist das ein Rückgang. Dennoch zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Grund: Die starke Finanzbasis von 16,7 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und die neuen Erfolge in der Krebsforschung.

„Wir haben entscheidende Fortschritte bei der Umsetzung unserer Onkologiestrategie gemacht“, erklärte Prof. Dr. Ugur Sahin, Mitgründer und Vorstandschef von BioNTech.

Fokus liegt auf innovativen Krebstherapien

BioNTech will sich künftig stärker auf die Entwicklung neuer Krebstherapien konzentrieren. Zwei Programme stehen dabei im Mittelpunkt: die mRNA-Krebsimmuntherapie und der Antikörperkandidat Pumitamig.

Erste Ergebnisse einer internationalen Studie zu Pumitamig bei Lungenkrebspatienten sind vielversprechend. Die Daten zeigen eine gute Wirksamkeit und ein kontrollierbares Sicherheitsprofil. Weitere Studien für Darm- und Magenkrebssollen bald starten.

„Gemeinsam mit Bristol Myers Squibb bereiten wir mehrere zusätzliche Studien für Pumitamig vor“, sagte Sahin. „Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit Krebs wirklich neue Therapieoptionen anzubieten.“

Prognose für 2025 deutlich angehoben

Finanzvorstand Ramón Zapata zeigte sich ebenfalls optimistisch: „Der Erhalt von 1,5 Milliarden US-Dollar aus unserer Partnerschaft mit Bristol Myers Squibb unterstreicht einmal mehr den strategischen Wert unserer Zusammenarbeit.“

BioNTech erwartet nun Gesamtumsätze zwischen 2,6 und 2,8 Milliarden Euro für das laufende Jahr – deutlich mehr als die ursprüngliche Prognose von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig senkt das Unternehmen seine geplanten Ausgaben für Forschung und Verwaltung, um effizienter zu wirtschaften:

  • Forschung & Entwicklung: 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro (statt bis zu 2,8 Milliarden)
  • Vertrieb & Verwaltung: 550 bis 650 Millionen Euro
  • Investitionen: 200 bis 250 Millionen Euro

Damit will BioNTech die finanziellen Mittel gezielt in Projekte lenken, die kurz vor der Marktreife stehen – vor allem in der Onkologie.

Blick in die Zukunft – BioNTech Mainz bleibt Zentrum der Forschung

Auch in Mainz, wo BioNTech seinen Hauptsitz hat, soll der Ausbau der Forschungskapazitäten weitergehen. Das Unternehmen plant, die Entwicklung seiner Krebsprogramme zu beschleunigen und parallel die Impfstoffproduktion zu modernisieren.

Neben der Onkologie bleibt auch das Geschäft mit COVID-19-Impfstoffen ein Teil der Strategie. Für die Saison 2025/2026 hat BioNTech bereits eine neue, variantenangepasste Impfstoffversion auf den Markt gebracht.

BioNTech bleibt damit ein bedeutender Innovationstreiber aus Rheinland-Pfalz, der Medizin weltweit prägt – und in Mainz weiterhin Arbeitsplätze und Forschungskraft bündelt.