Antenne Bad Kreuznach
Salinental Bad Kreuznach / Fotos: Stadt Bad Kreuznach
Das Salinental soll behutsam, aber spürbar aufgewertet werden. Im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr wurde jetzt die überarbeitete Entwurfsplanung für den Klima- und Gesundheitspark vorgestellt. Auf der Agenda der Sitzung stand das Projekt als eigener Tagesordnungspunkt. Im Mittelpunkt stehen mehr Aufenthaltsqualität, bessere Barrierefreiheit, neue Angebote für Familien und zugleich eine stärkere Ausrichtung auf Klimaanpassung und Naturschutz.
Die Grundidee der Planung: Das Salinental soll nicht komplett umgebaut werden. Vielmehr setzt der Entwurf darauf, die vorhandene Parkstruktur zu bewahren und dort nachzuschärfen, wo Defizite sichtbar sind. Der bestehende Baumbestand soll nach Möglichkeit erhalten bleiben, Wege sollen weitgehend in ihrer Struktur bestehen, aber in Teilen saniert und verbessert werden.
Gerade dieser Ansatz wurde in der Sitzung deutlich. Die Planer betonten, dass es nicht um einen radikalen Eingriff gehe, sondern um eine Kombination aus behutsamer Modernisierung und ökologischer Aufwertung. Damit soll die Anlage ihren Charakter behalten und zugleich besser auf künftige Anforderungen vorbereitet werden.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Umgang mit Hitze, Trockenheit und Starkregen. Das Salinental soll künftig nicht nur ein attraktiver Erholungsraum sein, sondern auch stärker auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Dazu gehört vor allem, mehr Retentionsraum zu schaffen und Flächen gezielt zu entsiegeln.
Besonders sichtbar wird das im Bereich des Gradierwerks Mitte. Dort soll einer der bisher parallel verlaufenden Wege zurückgebaut werden. Statt zusätzlicher versiegelter Fläche ist an dieser Stelle eine ökologisch gestaltete Retentionsmulde vorgesehen. Regenwasser könnte dort aufgenommen und versickert werden. Gleichzeitig soll die Fläche naturnah gestaltet und mit salzverträglicher Vegetation entwickelt werden.
Die vorhandenen Wege im Park bleiben im Grundsatz erhalten, sollen aber in Teilen saniert werden. Dabei spielt das Thema Barrierefreiheit eine zentrale Rolle. Ziel ist eine Oberfläche, die möglichst widerstandsarm und damit für viele Menschen besser nutzbar ist.
In der Diskussion ging es auch um die Materialfrage. Aus dem Ausschuss kam der Wunsch, Alternativen zum klassischen Asphalt zu prüfen. Die Verwaltung machte jedoch deutlich, dass der Kostenrahmen enge Grenzen setzt und der Schwerpunkt des Förderprogramms vor allem auf Entsiegelung und Versickerung liegt. Der zentrale Weg am Gradierwerk müsse zudem auch als Revisionsweg für die Saline funktional bleiben.
Auch die Mitte des Parks soll deutlich aufgewertet werden. Ein heute eher technisch wirkender Grabenbereich könnte künftig aufgeweitet und in eine naturnähere Aufenthaltszone verwandelt werden. Vorgesehen sind terrassierte Bereiche, Sitzmöglichkeiten und ein stärker erlebbarer Übergang zwischen Wasser, Grün und Aufenthaltsraum.
Im Gespräch waren außerdem ein kleiner Pavillon oder ein temporäres Sonnensegel sowie zusätzliche Elemente für Umweltbildung. Damit soll der Park nicht nur schöner, sondern auch vielseitiger nutzbar werden. Besucher sollen hier künftig besser verweilen können, ohne dass der naturnahe Charakter verloren geht.
Auch kleinere Orte im Salinental rücken in den Fokus. Das Brunnenhäuschen, das derzeit eher unscheinbar wirkt, soll gestalterisch aufgewertet werden. Im Raum stehen Begrünung, eine bessere Einbindung in den Park und ein kleiner Aufenthaltsbereich in direkter Nähe.
Ähnliches gilt für das Wasserrad im nördlichen Teil. Dieses Element soll freigestellt, besser sichtbar gemacht und mit Informationen ergänzt werden. Die Planung greift damit nicht nur Klima- und Naturaspekte auf, sondern auch den historischen Charakter des Salinentals.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Spielplatz im nördlichen Bereich, der nach Einschätzung der Planer deutlich in die Jahre gekommen ist. Hier ist eine Aufwertung mit neuen Spielangeboten vorgesehen. Im Gespräch waren unter anderem ein Wasserspielbereich, naturnahe Spielelemente und ein kleiner Inklusionsbereich, der auch für Kinder mit Beeinträchtigungen geeignet sein soll.
Positiv aufgenommen wurde in der Sitzung auch, dass der Konflikt zwischen Spielbereich und dem daneben verlaufenden Rad- und Fußweg mitgedacht wird. Geplant ist, diesen Bereich optisch und haptisch so zu gestalten, dass Radfahrer stärker zur Vorsicht und zum langsameren Fahren angehalten werden. Zusätzlich wurde angeregt, die Abgrenzung zum Spielplatz so zu gestalten, dass gerade kleine Kinder besser geschützt sind.
Der Entwurf stieß im Ausschuss überwiegend auf Zustimmung. Mehrere Mitglieder äußerten ausdrücklich, dass ihnen die Planung gut gefalle. Gelobt wurden die behutsame Herangehensweise, die stärkere Berücksichtigung von Barrierefreiheit sowie die Aufwertung des Spielplatzbereichs.
Gleichzeitig gab es auch den Hinweis, dass manche sich für das Salinental insgesamt noch mehr Attraktivitätssteigerung wünschen würden. In der Diskussion wurde angemerkt, dass die vorgestellten Maßnahmen zwar sinnvoll seien, für Gäste, Familien und das Umland aber noch nicht den ganz großen Wurf darstellen. Auch die Frage, wie die Aufwertung des Umfelds künftig mit weiteren Maßnahmen rund um die Salinen zusammengedacht werden kann, wurde angesprochen.
Bevor im Salinental tatsächlich gebaut werden kann, stehen noch weitere Schritte an. Nach einem politischen Beschluss soll die Planung zunächst beim Finanzministerium zur baufachlichen Prüfung eingereicht werden. Erst danach können weitere Leistungen beauftragt und die nächsten Planungsphasen vorbereitet werden.
Nach Angaben in der Sitzung ist die eigentliche Umsetzung für das Jahr 2027 vorgesehen. Die Stadt ist nach eigenen Angaben bereits im Förderprogramm enthalten. Bis zur Ausführung sollen die Planungen noch weiter konkretisiert und später auch im Detail erneut vorgestellt werden.
Unterm Strich zeigt die vorgestellte Entwurfsplanung eine klare Richtung: Das Salinental soll grüner, klimaangepasster, familienfreundlicher und barriereärmer werden. Statt eines kompletten Umbaus setzt die Stadt auf eine Aufwertung mit Augenmaß. Genau darin könnte die Stärke des Projekts liegen – wenn es gelingt, Natur, Erholung und praktische Verbesserungen sinnvoll miteinander zu verbinden.
Geschrieben von: Lena Winterfeld
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