Mitgliederrekord beim Deutschen Turner-Bund und im gesamten Vereinssport
Deutschlands Sportvereine erleben einen historischen Moment: Noch nie zuvor haben sich so viele Menschen sportlich in einem Verein engagiert. Laut der aktuellen Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verzeichnen die rund 86.000 Vereine im Land zum 1. Januar 2025 mehr als 29,3 Millionen Mitgliedschaften – ein Plus von über einer halben Million gegenüber dem Vorjahr.
Bewegung im Verein liegt im Trend
Ob Turnen, Fußball, Tennis oder Leichtathletik – Sportvereine sind gefragter denn je. Der Deutsche Turner-Bund (DTB) allein zählt 5,2 Millionen Mitglieder und wächst damit weiter. Besonders auffällig: Auch kleinere Sportarten wie Dart (+59 %), Cheerleading (+17 %) und Tanzen (+3,5 %) gewinnen neue Anhänger.
DOSB-Präsident Thomas Weikert freut sich über die Entwicklung:
„Dieser erneute Rekord ist ein echter Aufschwung für den Sport und für unsere ganze Gesellschaft. Sport im Verein steigert die Gesundheit, steht für Respekt und Fairplay und sorgt für echten gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
Der Trend zeigt, dass Bewegung in der Gemeinschaft immer wichtiger wird – gerade nach Jahren eingeschränkter Aktivitäten. Mit diesem Schwung ist der organisierte Sport wieder zu einer der größten gesellschaftlichen Bewegungen des Landes geworden.
Wachstum trotz weniger Vereine
Bemerkenswert: Trotz des Mitgliederzuwachses bleibt die Zahl der Vereine fast stabil. Nur zwölf Vereine weniger als im Vorjahr listet die Statistik bundesweit – ein Zeichen für zunehmende Professionalisierung und Zusammenhalt im Vereinswesen.
Doch der Erfolg hat auch Schattenseiten. Viele Ehrenamtliche stoßen an Grenzen, und die Infrastruktur leidet. Der Sportentwicklungsbericht vom Mai 2025 zeigt, dass fast jeder fünfte Verein über marode Sportanlagen klagt. Jeder sechste kämpft ums Überleben, weil freiwillige Helfer fehlen.
Appell an die Politik
DOSB-Präsident Weikert mahnt:
„Wenn wir, und damit meine ich ausdrücklich auch die Politik, mehr in den Sport investieren würden, könnten wir das Potenzial der Vereine für unsere Gesellschaft noch viel besser nutzen.“
Mehr Förderung, moderne Anlagen und Unterstützung für das Ehrenamt seien nötig, um die Erfolgsgeschichte des Sports fortzuschreiben.
Denn eines ist klar: Hinter den Rekordzahlen stehen Menschen, die sich bewegen, engagieren und Gemeinschaft leben. Und das – ob in Bad Kreuznach, Mainz oder Berlin – macht den Sport zu einem unverzichtbaren Teil des gesellschaftlichen Lebens.