Neues aus dem Rathaus

Geschrieben von Maximilian Wischermann

In Bad Kreuznach beginnt heute der Jahrmarkt. Die offizielle Eröffnung beginnt um 17 Uhr auf der Pfingstwiese. Zuvor trägt sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder im Rathaus in das Gästebuch ein. Nach Angaben des Oberbürgermeisters, Emanuel Letz, ist es eine Besonderheit, dass damit innerhalb kurzer Zeit zwei unterschiedliche Ministerpräsidenten aus unterschiedlichen Parteien zur Jahrmarkteröffnung in Bad Kreuznach zu Gast waren.

Der anschließende Rundgang startet am Haupteingang an den Bahngleisen und führt bis zum Naheweinzelt. Dort stehen unter anderem kurze Redebeiträge und eine Darbietung der Trampolinturner des MTV Bad Kreuznach auf dem Programm. Auch die traditionellen Böllerschüsse gehören zur Eröffnung.

Parken für vier Euro und mehr Busse zum Jahrmarkt

Für Besucher, die mit dem Auto anreisen, bietet die BGK anlässlich des Jahrmarkts ein Tagesticket für vier Euro an. Der Preis gilt für 24 Stunden. Das Angebot umfasst unter anderem das Cityparkhaus in der Mühlenstraße, das Parkhaus in der Mannheimer Straße, das Parkhaus Kurviertel sowie den Parkplatz am Wassersümpfchen.

Zusätzlich wird das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs erweitert. Der RNN und der Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd setzen auf zusätzliche Züge, regelmäßigere Busverbindungen und Shuttlebusse. Mehrere Busse werden nach Angaben des Oberbürgermeisters von der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH angeboten. Damit sollen Besucher auch ohne Auto sicher zum Jahrmarkt und wieder nach Hause kommen können.

Feuerwerk bleibt wegen Trockenheit abgesagt

Das für Dienstag geplante Jahrmarktsfeuerwerk findet in diesem Jahr nicht statt. Grund ist die weiterhin bestehende Trockenheit und eine Allgemeinverfügung, die das Entzünden offener Feuer im öffentlichen Raum untersagt.

Nach Angaben von Emanuel Letz hatte die Feuerwehr auch nach den jüngsten Regenfällen weiterhin von einem Feuerwerk abgeraten. Neben der anhaltenden Trockenheit der Böden verwies der Oberbürgermeister auf die Brände der vergangenen Zeit, unter anderem den Brand bei Traisen. Die Stadt wolle deshalb kein zusätzliches Risiko eingehen.

Letz betonte in diesem Zusammenhang die Vorbildfunktion der Stadtverwaltung. Gerade bei einer Großveranstaltung müsse die Sicherheit Vorrang haben.

Jahrmarkt als Fest des Jahres

Für Bad Kreuznach habe der Jahrmarkt eine herausragende Bedeutung. Nach Einschätzung des Oberbürgermeisters sei er aufgrund seiner Größe und Tradition das Fest des Jahres. Viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Schausteller beschäftigen sich das ganze Jahr über mit der Vorbereitung und Organisation.

Der Jahrmarkt sei zudem ein Treffpunkt für Menschen, die ursprünglich aus Bad Kreuznach stammen und inzwischen an anderen Orten oder sogar in anderen Teilen der Welt leben. Viele kämen eigens zur Veranstaltung zurück, weil sie dort Freunde, Bekannte und ehemalige Weggefährten wiederträfen.

KRN zieht nach fünf Jahren eine positive Bilanz

In dieser Woche wurde außerdem das fünfjährige Bestehen der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH thematisiert. Bei einer Pressekonferenz blickten die Verantwortlichen auf die Entwicklung des kommunalen Busunternehmens zurück.

Die KRN war vor fünf Jahren als kommunal getragenes Busunternehmen gestartet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe sich das Unternehmen nach Einschätzung von Emanuel Letz deutlich entwickelt. Die Busse seien inzwischen sehr zuverlässig unterwegs. Besonders stark ausgelastet sei die Verbindung von Bad Kreuznach nach Mainz, die inzwischen teilweise mehr Fahrgäste befördere als die Bahn.

Gesellschafter der KRN sind der Landkreis Mainz-Bingen, der Landkreis Bad Kreuznach und die Stadt Bad Kreuznach. Durch diese kommunale Struktur könnten auch kurzfristig Anpassungen vorgenommen und Anregungen aus der Bevölkerung berücksichtigt werden. Als Beispiel wurde die neue Linienführung der Linie 202 genannt.

Neue Haltestelle entstand auf Wunsch eines Bürgers

Die Anpassung der Linie 202 ging auf einen Vorschlag aus einem Bürgergespräch zurück. Eine Bürgerin hatte angeregt, die bestehende Verbindung um eine Haltestelle am Einkaufsbereich zu ergänzen. Der Wunsch wurde geprüft und anschließend umgesetzt.

Die Buslinie 202 erhielt damit zum 10. August 2026 einen Fahrplanwechsel. Sie verbindet nun die südöstlichen Wohngebiete in Bad Kreuznach auf direktem Wege mit dem Einkaufszentrum Musikerviertel (REWE) an der Alzeyer Straße. Gemeinsam mit der Stadt Bad Kreuznach, dem Rhein-Nahe Nahverkehrsverbund (RNN) und der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH wurde der Fahrplanwechsel umgesetzt. Die neue Buslinie 202 heißt “Alzeyer Straße Mitte/REWE”.

Probleme beim Schülerverkehr bleiben

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Besonders beim Schülerverkehr kam es zuletzt zu Problemen. Nach Angaben von Letz war unter anderem nicht immer rechtzeitig bekannt, wie viele Schüler aus Orten zu bestimmten Zeiten in die Stadt oder zu weiterführenden Schulen fahren mussten. In einzelnen Fällen hätten Kinder deshalb an Haltestellen gestanden und seien nicht mitgenommen worden.

Teilweise sei ein Bus auch gar nicht gefahren, weil der konkrete Bedarf nicht bekannt gewesen sei. Für Familien sei dies besonders problematisch, insbesondere wenn Kinder erstmals eine weiterführende Schule besuchten. Hier müsse in Zukunft nachjustiert werden.

Neue Elektro-Busse und weitere Ausbaupläne

Die KRN will ihre Entwicklung in den kommenden Jahren fortsetzen. In Wörrstadt entsteht ein neuer Betriebshof mit elektrischen Fahrzeugen. Nach und nach sollen dort mehr als 40 Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.

Der neue Standort wurde von der Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH errichtet, da er die Grundlage für die Umstellung regionaler Buslinien auf einen emissionsfreien Elektrobusbetrieb bilden soll. Der Betriebshof wird auf rund 13.500 Quadratmetern Fläche entstehen und ist auf bis zu 60 Fahrzeuge ausgelegt.

Darüber hinaus soll die KRN ab 2027 den Stadtbusverkehr in Ingelheim übernehmen. Weitere Anpassungen des Liniennetzes und neue Angebote sollen auch künftig möglichst nah an den Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtet werden.

Nach Einschätzung von Emanuel Letz hat sich die KRN damit in den vergangenen fünf Jahren von einem Unternehmen mit erheblichen Startproblemen zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs entwickelt. Die Zuverlässigkeit und die Möglichkeit, das Angebot an den Bedarf der Bevölkerung anzupassen, seien zentrale Vorteile des kommunalen Modells.

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